Youngtimer im Fokus: Jeep Cherokee, SUV der ersten Stunde

in seinem ureigenen Element: Cherokee-Youngtimer auf Schnee

US-Amerikanische Youngtimer haben es hierzulande immer ein wenig schwer…. Sie saufen einfach zu viel Sprit für unsere Regionen…

Diesbezüglich ist der Jeep Cherokee sicherlich keine klassische Ausnahme – hier ist es jedoch auch ein Stück weit eine Frage des vergleichbaren Maßes – andere Geländewagen saufen sogar bedeutend mehr – „andere Geländewagen in diesem Segment“ kann man im Falle des Jeep Cherokee Youngtimers kaum sagen: er definierte ein völlig neues Segment.

Heute nennt man dieses Segment im weitesten Sinne SUV, was etwas meint wie „kann ein wenig was vom Geländewagen, wirkt aber mehr wie ein Kombi“.

Youngtimer-Patina

So hat der Cherokee in seiner Ur-Form, in der er heute ein begehrter Youngtimer ist, tatsächlich ein Format, dass auf beiden Seiten des großen Teiches ein Zuhause fand – mehr noch: eine treue Fangemeinde.

Und tatsächlich: dem grundsätzlichen Konzept ist auch heute noch viel abzugewinnen. Der Wagen ist auf eine durchdachte Weise kompakt, bietet aber allen Insassen ausreichend Platz auf allen Plätzen und noch ausreichend Kofferraum – ohne irgendwo üppig zu sein oder ähnliches. Der Wagen ist einfach in einer sinnvollen Weise kompakt – und darüber hinaus übersichtlich – auch eine aussterbende Qualität.

Dennoch hat der Wagen auch so etwa alle erdenklichen Schwächen der Chrysler der damaligen Zeit wie auch der Amerikanischen Youngtimer, die man heute kaufen kann.

  1. Saufen… Aber in angemessenem Rahmen. Hier wurden keine Riesen-V8 Verbaut, sondern Vierzylinder und Reihensechszylinder

    kompakt, aber nicht klein

  2. Elektrik… Hier war Chrysler eigentlich immer schwach – der Cherokee ist besser als der Voyager, aber dennoch nicht auf deutschem oder japanischen Niveau.
  3. Bremsen… Hoher Verschleiß
  4. Verarbeitung… Teilweise sorglos und hier und da eben auch Rost, wenn auch normalerweise nicht von der tragischen Sorte

Auf der anderen Seite jedoch hat er auch die klassischen Vorteile: Einfache Technik, routinierte Großserie.

Auch Standard: Das schwammige Fahrverhalten. Das ist nicht im klassischen Sinne von einem weichen Fahrwerk geprägt, eher von einem polterigen, bei dem man stets das Gefühl hat, daß der Cherokee Youngtimer einfach nie so recht exakt dahin fährt, wo man hin lenkt, sondern nur so einigermaßen. Zu Anfang nervt das, der grundsätzliche Charme des Jeep Cherokee hilft einem jedoch, sich über längere Zeit daran zu gewöhnen.

Was macht diesen Charme aus?
Einerseits fühlt man sich im Cherokee des Youngtimer-Zeitalters auf eine angenehme Weise heimelig und geborgen – und das auch, obwohl die Bedienelemente zunächst irgendwie zufällig verteilt wirken und nie recht da zu sein scheinen, wo man sie gerne hätte.

Die hohe Sitzposition, die geraden Scheiben, die überschaubar häusliche Karosserie, all das hinterlässt dennoch nach kurzer Zeit einen sehr heimeligen Eindruck – man fühlt sich wohler, als in anderen Autos, auch wenn das nur schwer beschreibbar ist.

Dass der Cherokee darüber hinaus erschwinglich ist, macht es nur umso leichter, ihn zu mögen. Zwischen 1500 und 3500 werden für den Wagen fällig, je nach Zustand.

Schwierig ist bisweilen, eine gescheite Versicherung zu finden, da nicht alle Cherokee Youngtimer eine rechenfähigen Hersteller- Typschlüssel-Kombination aufweisen. Hier zucken speziell die günstigeren Direktversicherungen dann gerne mal mit den Schultern, was die Preise dann leider generell in die Höhe treibt.

Dafür entschädigt wird man spätestens im Winter, wenn der Cherokee sich von seiner besten Seite zeigt: Spitzentraktion, tolle Bodenfreiheit, ohne dies mit übertriebener Hochbeinigkeit zu erkaufen – mehr kann man auf Schnee nicht verlangen – zudem der Jeep Cherokee eine für Youngtimer-Verhältnisse ausnehmend gute Heizung und Lüftung besitzt. Krankheit jedoch: in der Jahreszeit geben die Fensterheber immer gerne den Geist auf und die Lenkung macht die Kontrolle der eigentlich gute Traktion nicht so einfach, wie man es haben könnte.

Mit dem Youngtimer Cherokee kauft man ein paar charmante Eigenschaften eines liebenswerten amerikanischen Youngtimers – ohne die schlimmsten Nachteile zu bekommen – und der Wagen macht ebenso Spass, wie es den Fahrern Sympathien einbringt.



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