Folieren, lackieren, gestalten, schützen, erhalten, konservieren?

Frage ich Sohn 1 (15) nach seinem Traumwagen, dann ist das ganz klar „BMW X6, foliert, mattschwarz“, ohne nachzudenken, ohne, dass sich das mal geändert hätte. Sohn 2 (11) sagt in identischem Duktus „Audi R8, foliert mattgrau mit blauen Details“.

Aber foliert müssen sie scheinbar sein.

Scirocco I

Linie, wie von einem mutigen Kind designed – übergossen mit den Bonbon-Farben, die zeitgenössisch hip waren – all das formte gemeinsam einen Teenager Traum

Das erste folierte Auto, das ich gesehen habe – bewusst gesehen habe – war ein Mercedes W210. An einem Taxistand in Hamburg. Damals noch eine fast magische Technologie. Bis dahin hatte man Taxen lackiert – nun ging man zum Folieren über, was es ermöglichte, den Wagen in einer sozialkompatibleren Farbe als Elfenbein anzuschaffen und ihn später besser wieder verkaufen zu können.

As wir kürzlich bei den Klassikertagen an den Opel-Villen in Rüsselsheim waren, kamen wir mit einem Scirocco-Besitzer ins Gespräch, der uns eine andere Geschichte erzählte. Er hatte seinen Wagen foliert, um mit Lackschutzfolie den Youngtimer wirksam schützen zu können. Ein Gedanke, den wir so noch nicht hatten.

Diesen Lack zu schützen, macht schon Sinn, auch ökonomisch – wichtig aber: das funktioniert nur bei Lack, der wirklich noch intakt ist

Der Fahrer erklärt uns, dass er damit gute Erfahrungen gemacht habe – und nicht nur das: Er hat auch auf diese Weise einen weiteren Wagen foliert, um sich die Wunschfarbe zu gönnen, die er als Teenager immer haben wollte – wir haben dafür bislang immer lackiert… Aber das ist eine andere Geschichte, die auch beispielsweise den marsroten Jetta in Mexico-Beige erklärt, den nur aufmerksamen Leser kürzlich bemerkt haben.

Mehrere andere Beteiligte, die stehen geblieben waren auf diesem entspannten Treffen, stiegen in die Diskussion ein, die ja durchaus auch noch andere Facetten hat, wie beispielsweise die Frage: Wie kompatibel ist denn eigentlich eine Folierung mit einem potentiellen H-Kennzeichen?

3er BMW M3

Genre-Klassiker der Neuzeit und ernsthaftes Sportgerät in einer Farbe, die vielleicht nicht jedermanns Sache ist

Nach allen Diskussionen ist das ein Grenzfall, da Farbechtheit tatsächlich im Ermessen des Prüfers liegt. Beeindruckt aber sind wir wirklich von den Ergebnissen, die wir gesehen haben. Tatsächlich nämlich sind gute Folierungen auch auf den etwas abstrakter geformten Fahrzeugen wie etwa einem Strichacht im Bereich Motorhaube / Kotflügel nicht unbedingt erkennbar – das ist mittlerweile schon eine Klasse für sich, die so vor wenigen Jahren noch nicht realisierbar war. Ebenso gesehen auf einem Buckelvolvo und einem Toyota Cressida mit barocken Formen – faszinierend irgendwie.

Wir müssen bei Gelegenheit mal checken, was unsere Freunde in Polen davon halten…




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