6er BMW E24 – der perfekte Grand Tourismo?

Der 6er

Das BMW Coupé

The Shark

Der BMW E24 hat viele Namen – mehr als sein Nachfolger, der sicherlich einer der cooleren Wagen der 90er Jahre war – aber der 6er BMW mit dem internen Code E24 war der coolste der 70er und 80er Jahre, das nimmt ihm keiner mehr. Nie wurde ein BMW so lange gebaut, wie dieses Modell – und wenn es nach vielen Besitzern ginge, hätte sich im Grunde bis heute nichts daran geändert.

6er BMW E24

The Shark

Das ist auch einer der Gründe, warum der Wagen heute so unsäglich teuer ist: Heute besitzen viele Leute den 6er, die ihn einfach wie einen Neuwagen behandeln: Der geht zu Inspektionen, der wird vielleicht alle 3 bis 4 Jahre mal überholt, teilweise sind da komplett neue Motoren drin, die erst 20 Jahre nach dem Original-Baujahr erschienen sind – der Phantasie sind hier keine echten Grenzen gesetzt.

Wir haben 6er BMWs mit farbigen 7 Zoll Navis gesehen, uns sind starke Turbodiesel begegnet. Einparkhilfen, Rückfahrkameras – und natürlich: Originale, besser, als das Original je war.

Und das Original war nicht nur gut, es war großartig. Allem voran in der Fertigungsqualität. Hier war der E12 als erster 5er schon wirklich sehr gut – der E24, der auf seiner Bodengruppe basiert, war das Auto, bei dem wirklich einmal nichts knartzte, nichts quietschte, nix. Und nach dem Facelift wurde das noch besser.6er BMW E24 braun

Genug der Freude? Nein – es ist wirklich schwer, neben seinem grausig hohen Preis etwas am 6er BMW auszusetzen. Und selbst wenn – sobald Du ihn fährst, ist das vergessen.

Schwachstelle Nummer eins vieler 6er BMWs ist, gerade bei den ganz frühen Modellen,  Rost. Fehlende Hohlraumkonservierung galt damals noch als akzeptabel. Radhäuser, Kofferraum, Schweller und natürlich die Kotflügel (vorn) müssen daher gecheckt werden. Türkästen, Heckschürze und die Batterieaufnahme sowie die Federbeinaufnahmen gelten heute bei billigen Modellen immer noch als problematisch. Tatsächlich jedoch haben (zurecht) begeisterte Besitzer diesen Problemen oftmals bereits in den 70ern entgegengewirkt, weil sie sehr schnell verstanden, welchen großen Fang sie da gemacht hatten – einen Wagen, die die seriöse What Car somit auch damals zurecht als „Catch of the day“ betitelte, was in UK den Standard setzte, sofern der Wagen nicht gleich als „The Shark“ bezeichnet wurde.e24er BMW 628

Natürlich hat so ein Wagen, der damals schon als technisch komplex eingestuft werden musste, auch Elektronik-Fehler – alles andere wäre ein Wunder – jedoch in beherrschbarem Maße.

Der „schwächste“ 6er, der 628er mit Automatik, brachte es auf 200 KM/H – der M635 CSI ohne Kat brachte es auf stolze 255 KM/H. Nur, um das einmal kurz einzuordnen: Ein Porsche 911 desselben Baujahres schaffte das nicht – und in dem konntest Du nicht komfortabel 3 wichtige Geschäftsfreunde zu einem nahe gelegenen Gourmet-Restaurant fahren ohne schlimme Kompromisse für die hinten Sitzenden.6er BMW innen 1986

Das gilt auch heute noch: Für einen 6er BMW der Jahre 1975 – 1989 musst Du dich nirgends entschuldigen. Im Gegenteil.

Und das ist ja noch nicht alles – das beste kommt eigentlich noch….

Schon mal einen 6er BMW E24 gefahren?

Ein BMW E30 ist ein erstaunlich ausgewogenes Auto – der BMW E34 liegt beängstigend gut, der 8er BMW ist ein Klasse für sich. Wenn Du Dir einen 6er BMW beim Fahren vorstellen willst, dann stell dir das beste daraus vor, gepaart mit Leistung im Überfluss bei angemessenem Gewicht und einer Sitzgeometrie, die dir in Paarung mit der direkten Lenkung die volle Kontrolle verleiht.Wir kennen kollektiv nur einen Wagen, der das besser kann – und dann entspricht er nicht vollständig seinem Serienstandard. Ernsthaft: BMW lieferte hier die ganz große Show ab, das Meisterstück.

Der 6er kann Landstraße ebenso wie er Autobahn kann – und das mit Komfort und höflicher Härte und nicht etwa mit daddelhartem Fahrwerk oder französelndem Komfort. Der 6er BMW setzt Maßstäbe, kann Sportwagen, kann Grand Tourer und kann repräsentativ oder dabei wie ein Teenager zu wirken, der versehentlich zu Geld gekommen ist.

6er BMW von 1975-89: Der Markt

Schlechte Exemplare mit zweifelhafter Historie kosten heute teilweise schon 8.000€ – ein Drama und nicht zu rechtfertigen – zumindest nicht im herkömmlichen Sinne. im betriebswirtschaftlichen Sinne manchmal schon, denn: wer hier noch einmal 8.000 rein steckt, kann am anderen Ende 25.000 bekommen. Und da sind wir jetzt nicht beim Traum vom Garagengold, das durch Warten entsteht, sondern durch Aufarbeitung oder Restauration.

Schwierig ist die Situation bei Schmuckteilen – und die will ja auch nicht jeder unvollständig aus einem eBay-Grab ziehen. Hier ist die Lage wirklich schwierig – und teuer. Im osteuropäischen Ausland finden sich bereits Nachbauten, in den USA ebenfalls – beide Qualitäten schwanken nach unserer Erfahrung stark – und billiger sind sie auch nicht unbedingt.

Alles in allem braucht es eine solide Finanzdecke, auch für die Unterhaltskosten, da der 6er, wenn nicht als Oldtimer versichert, immer noch stattliche Versicherungs-Beiträge mit sich bringt.

Unsere vollkommen unsachgemäße Bauchmeinung: Jeder Cent gut angelegt….



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