Kult Youngtimer im Test V/X: Mazda MX-5

Ja! Ja! Da war es – ich hab es genau gesehen! Dieses Zucken, als Du einen Japaner unter den Kult-Youngtimer findest! „Das geht ja gar nicht!“, möchtest Du

Da steckt viel Sonne drin

rufen – aber irgendwie nur für den kurzen Moment, bevor sich vor dem inneren Auge die Silhouette des MX-5 abzeichnet und Du ruhiger wirst…

Der MX-5 ist nicht einfach irgendein Youngtimer – er ist so etwas wie die Definition einer Klasse. Aber das schaffen sonst nur so Typen wie die E-Klasse oder der Golf – die dürfen eine Klasse definieren. Aber der MX-5…. das ist schon ein ganz besonderer Fall. Er ist einer, der für ewig ein Kult-Auto sein wird.

Das meistverwendete Wort der US-Fachpresse bei seinem Erscheinen war sicherlich „Disruptive“ – der Mazda MX-5 aus den heutigen Youngtimer-Jahrgängen war in der Tat ein Erdrutsch. Galten Japaner bi szum Mazda MX-5 stets als langweilige Nutzfahrzeuge, aber immerhin zuverlässig, so erhob der MX-5 plötzlich den Anspruch, cool zu sein. Und nicht nur das: Er war cool – das war das eigentlich schockierende – vor llem für die Wettbewerbs-Marken, die damit nicht gerechnet hatten. Mazda hatte für ein solches Thema keiner auf dem Zettel.

Für die Youngtimer der ersten Generation gilt das heute noch – nach einem MX-5 drehen sich alle Leute mit diesem leichten Lächeln um, ein Klecks Freude in einem tristen Auto-Alltag.

Mazda MX-5

Braucht man nicht viel dazu zu sagen

Und so geht es den Fahrern auch: Der Mazda macht vom Einsteigen an Spaß – und das bleibt auch so. Er macht Spaß beim Fahren, weil er sich anfühlt, wie ein Triumph Spitfire der Gegenwart. Er macht Spaß im Geldbeutel, weil er verhältnismäßig wenig konsumiert, nicht kaputt geht und auch noch günstig zu versichern ist und stabile Preise hat. Er macht Spaß, weil er das grundsätzlich am Autofahren zurückbringt, den Kern der Fortbewegung, das einfache, direkte, wie wir es damals vor vielen Jahren mal erlebt haben…

Und das beste daran: Der Spaß ist bezahlbar! Es gibt gute Exemplare um 2.000€, Traumhafte kosten 4.000€.

Schaut man auf MX-5 Youngtimer., so geht es um das Modell mit dem internen Code NA, das 1989 erschien und bis 1998 angeboten wurde. Der Youngtimer ist auch häufig unter dem Namen Miata zu finden, unter dem er in den USA angeboten wurde. Weil der Wagen so scharf war, wurde er von dort auch spontan importiert, bevor der Deutsche Importeur über eine angepasste Version verfügte. Zeitweilig wurden die Modelle zudem wegen der großen Nachfrage parallel importiert. Diese Modelle gelten nicht unbedingt als empfehlenswert, da sie an mangelnder Rostvorsorge leiden – ganz im Gegensatz zu den offiziell importierten Versionen, die in diesem Bereich eine ganz gute Figur machen.

Worauf muss man achten?

  • Rost ist bei den nicht-grau importierten Fahrzeuge kein Riesenproblem, greift aber wenn, dann doch gerne die vorderen Kotflügel an, sowie die hinteren Schweller-Enden. Ist aber alles für relativ kleines Geld reparabel [250€ pro Seite]. Aber Achtung: Hier einfach mal schnell selbst Handanlegen ist nicht: Werden die Ablauflöcher für’s Wasser bei der Reparatur mitgeschweist, kommt zum Rost noch Schimmel…

    Rost in Fortgeschrittenem Stadium… Traurig diesen Youngtimer hätte man retten können – zumal der MX-5 wirklich günstig zu betreiben ist

     

  • Ölverlust tritt bei den 90PS Motoren gerne mal auf, während die Maschine mit 115PS dagegen weitgehend immun scheint. Im Regelfall handelt es sich hier nur um die Ventildeckeldichtung – die zu erneuern ist ebenfalls auch nicht so sehr teuer.
  • Dach… Wie bei vielen Cabrios eine Schwachstelle. An den typischen Knickstellen gibt es nach 10 Jahren im Regelfall bei normaler Benutzung des geist auf – sehr abhängig davon, wie porös es auch durch Sonneneinstrahlung in derselben Zeit wird.Hier gibt es zwar die abenteuerlichsten Flick-Methoden – Abhilfe aber schafft nur ein neues Dach: Straßenpreis: Zwischen 300 und 500€. Für ähnliches Geld bekommt man übrigens auch das Hardtop für den Youngtimer MX-5 NA, das auf der Autobahn eine ganz gute Figur macht.
  • Zahnriemen: Wurde der nicht rechtzeitig gewechselt, geht es mit der ansonsten im Grunde unzerstörbaren Maschine schnell bergab, was man am tackernden Lauf leicht feststellen kann. Daher: Nie ohne Probefahrt kaufen – und bei der Probefahrt mal mit warmem Motor anhalten und hören, ob sich die Ventile []Stößel] wieder beruhigen…

Alles andere am Mazda Youngtimer ist Japanischen Qualität reinsten Wassers: Wurde der MX-5 nicht schlimm getuned, kann im Grunde nicht viel schief gehen. Selbst sonst obszön teure Dinge wie Austauschmotoren kann man beim Mazda MX-5 bezahlen!

Und fahren in diesem wunderschönen Youngtimer ist immer noch ein Traum. Wer den Wagen hat, der muss sich einfach der Sonne aussetzen und mit dem Wagen um enge Kurven auf Landstrassen zirkeln. Der Mazda ist ein Garant dafür, sich wieder wie 19 zu fühlen, als Fahren noch diesen Abenteuer-Charme hatte [vermutlich ein Grund, warum er als Youngtimer gerne von 40jährigen Männern gekauft wird…. 🙂 ]

MX-5

Rutscht leider nicht nur, wenn man es drauf anlegt: Mazda MX-5 NA im Drift

Was allerdings klar sein muss: So kuschelig, lustig, goldig und nett der MX-5 aussieht: bei Nässe kann er sich von seiner teuflischen Seite zeigen: Geringes Gewicht, Heckantrieb, zahlreiche andere Risikofaktoren…. Was sich dynamisch anfühlt, stellt sich hier dann schon mal schnell quer, wenn die Freude mit einem durchgeht. Und auch mit einem ESP-gedrosselten BMW E91 sollten sich unerfahrene hier nicht anlegen – der Mazda hat Grenzen in der

 

Fahrbahnhaftung – und die kündigen sich konzeptionsbedingt leider sehr spät an.

Für viele Fahrer eher zu spät.

Aber hey… Wer wird denn rasen wollen mit einem solchen Wagen….?

Wir nicht, wir genießen lieber ;->




5 Gedanken zu „Kult Youngtimer im Test V/X: Mazda MX-5

  1. Der MX 5 Motor ist ein Freiläufer. Wenn der Zahnriemen reißt, bleibt der Motor heil. Wechseln und weiter.

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