Peugeot 205 Youngtimer: The everlasting frenchman

Peugeot 205 Youngtimer

Youngtimer Peugeot 205 GTI in seltenem Blau; rot und schwarz waren hier eher die Regel. Speziell der GTI ist auch heute noch ein Killer

Du siehst ihn noch – hier, da, überall irgendwie – auch wenn er Dir nicht sofort auffällt – der 205er Peugeot. Er war so lange ein selbstverständlicher Gast auf Europas Strassen, dass man zunächst gar nicht recht mitbekommen hat, dass die Franzosen ihn nicht mehr bauen – schließlich war er ja immer irgendwie da, oder? Erst war er irgendwie ein Frauen-Auto, dann ein Mädchen-Auto, dann  wollten die Leute nur noch die coolen Versionen haben – Roland Garros, das coole Cabrio generell, mindestens XS oder GT, am besten gleich den GTI – den wollten sogar die Jungs haben.

Peugeot 205 Youngtimer

Kriegsbemalung der späten 80er: Peugeot 205 Youngtimer als GTI – diese C-Säule lässt sogar den 2er Golf erblassen

Peugeot 205 – lässt sich als GTI noch leichter lieben

Zurecht – der Youngtimer Peugeot 205 GTI zieht auch heute noch was von der Piste – 120PS in einem Auto von kaum 900 Kilo! Garniert mit wirklich gut konturierten tief montierten Sportsitzen… Das presst dich immer noch rein – top-Fahrwerk, Traum-Lenkung – GoCart-Bahn, here we come! Und solche GTI gibt es zwischen 1000 und 2500 mit frischem TÜV – speziell in Holland und Belgien existieren abartig viele gute Modelle davon, Wertsteigerung garantiert. Aber auch die kleineren 205er Youngtimer können aus heutiger Sicht noch überzeugen – nur den 0.9er Motor sollte man wirklich meiden. Ebenso unkomisch bei den kleineren Motoren: Servolenkung kostete Aufpreis… Wer das nicht mehr gewohnt ist, den erwarten hier überproportional hohe Lenkkräfte im Stand, während der fahrende 205er auch von zarten Frauenhänden bewegt werden kann. Die Konzeption der Karosserie hat heute doppelten Charme: Einmal ist da die gute Raumausnutzung, die einen gescheiten Innenraum auf geradezu winziger Verkehrsfläche gewährleistet. Abgerundet wird der Charme des Französischen Youngtimers, der immerhin von 1982 bis 1995 in dieser Weise gebaut wurde, durch die gigantischen Fensterflächen – die kommen beim 4Türer noch besser zur Geltung, der auf die pummelige C-Säule verzichtet, was ihn grundsätzlich etwas übersichtlicher und angenehmer zu Fahren macht.

„Knuffig“ und einen „Knackigen Po“ – Sorry, den kann der Macho nicht fahren ;-> …. Dennoch ist das 205er Cabrio auch in seinen Youngtimer-Tagen noch ein offener Genuss mit ernsthafter Frischluftkomponente

Peugeot 205 Cabrio, immer noch zeitlos cool

Heute noch der offene Liebling der Herzen: Der Peugeot 205 als Cabrio-Youngtimer. Macho-Guys haben mit dem so ihre Probleme weil „Du hast ja ein knuffiges Auto“ in Bodybuilder-Kreisen nicht gerade die Stimmung hebt – vom „Henkel“ gar nicht zu sprechen – aber den hatte Class-Leader Golf auch, ebenso der E-Kadett Youngtimerin seiner offenen Version. Obwohl speziell die Diesel-Modelle sehr zäh sind und hier und da tatsächlich Modelle mit Kleinwagen-untypischen Laufleistungen von 300.000 KM [!] zu finden sind, hat der 205er auch leider etliche Schattenseiten.

Notfalls auch langweilig: Peugeot 205 Youngtimer aus einer Zeit, in der Weiss nur aus einem Grund gekauft wurde: Es war kostenlos

Hervorzuheben sind hier die Bremsen. Die für den Fahrbetrieb verschleissen wie Eis in der Sonne – die Handbremse ist ein Sündenfall gallischer Ingenieurskunst. Die Radlager folgen dicht darauf, ebenso wie Lenkung und Antriebswellen. Die Getriebe sind zwar mechanisch robust, neigen aber zu Ölverlust. Einzigartig in der Geschichte des Fahrzeugbaus: Während die meisten Wagen mit langer Bauzeit besser werden, hat Peugeot beim 205 ab 1992 die Rostvorsorge signifikant reduziert, was man üblicher Weise im Bereich der Hinterachse sieht. Die Cabrios sind hiervon leider etwas mehr betroffen, was jedoch häufig durch liebevolle Pflege kompensiert wird. So schrullig die Mängelliste klingen mag: Der Peugeot 205 darf als Youngtimer für Anfänger gelten, da er alles in allem dennoch beherrschbar ist – übersichtliche Technik und akzeptable Kosten machen ihn auch heute noch zum clever buy, solange nicht gerade alle Fahrwerks- und Brems-Komponenten ersetzt werden müssen. Die Versicherungskosten sind in der Nähe eines Mofas, einzig die Steuer mag Geld kosten – aber auch das nur bei den wirklich alten Exemplaren. Wirtschaftlich sind die Modelle – speziell die bis 1992 – extrem akzeptabel.

„Ich bin dein Freund“

Vielleicht nicht trendy aber von der profanen Präzision, die die 80er Jahre kennzeichnete: Jeder Depp findet sich im 205 zurecht, manche noch aus der Erinnerung ihrer Anfängerzeiten

Selbst bei Ärger in diesem Bereich scheint der 205, der ansonsten wirklich mechanisch solide ist, am Ende einer Ausfahrt immer zu sagen: „Ich bin dein Freund“ – und irgendwie stirbt solche Seele ja aus. Der 206er etwa ist dagegen kühl wie ein Schaltschrank. Best Buy ist das Cabrio, das häufig besser gepflegt ist und in technisch guten Versionen mit schlechtem Lack teilweise unter 1.000€ den Besitzer wechselt. Wer hier Angst hat: Selbst die Verdecke gibt es schon ab 350€ – da kann man nicht meckern! Und den charmanten Augenzwinkerer gibt es on top – for free.



5 Gedanken zu „Peugeot 205 Youngtimer: The everlasting frenchman

  1. Danke fur diesen guten Bericht, wobei ich sagen darf, das der letztere Teil so nicht ganz zutrifft!

    Ich selber fahre 2 solcher Peugeot 205’er, einen 1,1 Lr./60 PS’er in der 3 türer Variante als „vorever“, der ist 24 Jahre alt & einen 1,6 Lr./89 PS in der Automatik Variant als 5 türer, der bereits 25 Jahrealt ist & ich freue mich immer wieder, wenn ich etwas zu erlediegen habe & dann mit diesen Autos meinen Fahrspass tagtäglich haben kann.

    Das Platzangebot ist dieser Fahrzeugklasse absolut üppig bemessen, der Kofferraum ebenfalls noch relativ grosszügig bemessen, wo man schon so etliches dann verstauen kann!

    Die französische Bauerntechnik ist stets zuverlässig & war verglichen zur heutigen Zeit, in vielen Dingen den heutigen Fahrzeugen so überlegen, das ich mich sehr oft Frage, wo ist bitre der Fortschritt, außer im ESP, ASR, ABS usw….

    Denn Fahrspass ist heute relativ teuer erkauft, zu Mal die Zuverlässigkeit, dann sehr stark zu wünschen übrig lässt, was bei dem kleinen Löwen der 205’er Serie nie der Fall war & auch heute noch nicht ist!

    Alles in Allem ein recht gut gelungenes Auto, was die französische Ingineurkunst damals auf die Beine gestellt hatte & weder seinen Charme noch an Atraktivität verloren hat & Rost, Rost ist bei diesen Autos ein Wort, was getrost klein geschrieben werden kann, zu Mal die Unterbodengtuppe & die hinteren Radhäuser, ab Werk Feuerverzinkt waren.

    Einzig & alleine die Hinterachse sollte man im Auge dabei behalten oder dem entsprechend behandeln, damit Rost keine Chance mehr hat!

    Was die Tromnelbremsen an der Hinterachse angeht, sollte man selbige einmal im Jahr dann überprüfen & deren Mechanik stets gangbar halten, weil man dann vor größeren Reparaturen dann gefeit ist, aber selbst wenn es dann zum größten anzunehmenden Gau dabei kommen sollte, ist man ohne Werkstatt dann mit 100,- € dabei & hat dann erst einmal wieder für ein paar Jahre seine Ruhe.

    Alles in Allem ein rundherum gelungenes Fahrzeug, was selbst nach fast 30 Jahren nichts an Autobaukunst, nichts verloren hat & was die Spritverbräuche angeht, diese absolut moderat sind, da der Sprit in Frankreich seit eh & je schon teuer war!

    Wer also ein zuverlässig Fahrzeug mit sauguter Strassenlage will, wo dann der Fahrspass nicht zu kurz kommt & was dann sogar noch bequem & Langstrecken tauglich ist, der kann mit nem 205’er, absolut nichts verkehrt machen, weder in der Anschaffung noch im Unterhalt dann!

    Denn Er läuft & läuft & läuft….. 😉

  2. 205 wird nicht grundlos als „Sacre numero“ betitelt. Mein 75PS starker, blauer 205 Winner macht unglaublich viel Laune! Null Ausstattung außer Instrumenten mit Drehzahlmesser, exklusiven 14″-Alus, Sportlenkrad, -sitzen und -fahrwerk vom Rallye und roten Zierleisten. Für kurvige Landstraßen gibt es nichts Besseres diesseits von Lotus! Einfach irre, wie präzise der Löwe ohne Servo einlenkt und welche Kurventempi möglich sind! Wahnsinnig selten sind die „Winner“ auch. Mir sind 5 Exemplare bekannt.
    Man kann an dem Auto echt alles selbst reparieren. Teile sind billig, nur modellspezifische Interieurteile können bei seltenen oder gefragten Ausstattungen teuer werden. Wartung lohnt sich, denn gepflegte Exemplare werden nicht billiger. Rost ist dank Verzinkung auch kaum ein Thema.
    Meiner bekommt den Winter über ein paar Reparaturen und wird künftig als reines Sommerauto genutzt. Eines der spaßigsten Autos, die man haben kann!
    One löve, one heart! <3

  3. Ich fahre seit ca 4 Jahren das automobile Kassengestell in Form eines 205 – einen 205 LOOK von 1990. D.h., es ist das absolut nötigste an Bord, was man zum Fahren braucht. Kein Radio, keine Servo und kein anderer SchnickSchnack, der kaputt gehen könnte. Das aus Erstbesitz stammende Auto in der kostenlosen Farbe “weiß”, besticht durch gnadenlose Zuverlässigkeit. Kein Murren, kein Mucken, kein einziger Ausfall irgend eines Teils – wie auch? Ist ja nix dran, was kaputt gehen könnte.
    Das einzige, was ich bemängle ist jedoch der Version geschuldet: die Straßenlage. Der LOOK hat von Hause aus keine Stabilisatoren an den Achsen. Daher neigt sich die Karosserie in Kurven nach entenmanier zum Teil abenteuerlich und die Lenkung wird seeehr leichtgängig. Was das bedeutet, wissen wir alle: die Grenze zum Abflug ist erreicht.
    Ich besitze acht Youngtimer – teils auch hochpreisige. Doch der 205 ist einer meiner liebsten. Mit dem bin ich am häufigsten unterwegs.

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