Nippon-Goldbarren: Honda NS-X [Japans Porsche-Phase I/V]

…Vor langer Zeit in einer fernen Galaxie gab es Japanische Autohersteller, die sich bei den heutigen Japanischen Youngtimern mal richtig was trauten: nämlich Porsche und Ferrari spielen. Das waren noch Zeiten. Da gab es alles, was das Hightech-Herz begehrte: 6Zylindermotoren mit weit über 200PS, Turbo-befeuert, allradgelenkt und mit Roten Bereichen um 8000 u/min.
Von denen berichtet diese – leider viel zu kurze – Serie.


Youngtimer Honda NS-X

Auch in Cannes ein gern gesehener Gast: Youngtimer Honda NS-X

Den Auftakt macht das Honda-Juwel NS-X, der in den USA als Acura das Licht der Welt erblickte, wie auch sein Luxus-Bruder Honda Legend. Mit satten 280PS konnte der heutige Honda-Youngtimer aufwarten – in Zeiten, in denen kleine Turbodiesel 200PS haben, klingt das nicht mehr so beeindrucken – aber damals hatte ein auch nicht gerade mickriger Audi 100 Diesel vom Typ 44 noch 70PS (!).

Das aus heutiger Sicht sicherlich faszinierendste Element des Honda NS-X als Yougtimer ist seine Wertstabilität – 20 Jahre nach Baubeginn liegen die Preise in etwa wieder dort, wo sie damals auch lagen: Bei rund 100.000 Mark für gepflegte Exemplare – hier und da allerdings auch schon für die Hälfte. Aber im Gegensatz zu manch ähnlichem Auto der 100.000 Mark-Klasse, für das nach 20 Jahren vielleicht noch 3, 4 oder 5.000€ aufgerufen werden, hat der Honda NS-X nie einen signifikanten Wertverlust erlitten.

Das wäre an sich schon erwähnenswert – für ein japanisches teures Auto ist das dreifach erwähnenswert…

Aus heutiger Sicht kann der NS-X wirklich nur als gigantisch teuer bezeichnet werden. 98.000 Mark wollte Honda im Erscheinungsjahr für den Wagen haben – später kletterten die Preise gar auf weit über 130.000 Mark, was für japanische Fahrzeuge normalerweise als Todesstoß gilt.

Unzweifelhaft: Von einem Wagen vom Schlage des NS-X werden nirgends so viele Modelle abgesetzt wie von einem 75PS Civic – dennoch muss man das als mutig ansehen – auch in dieser Klasse. So blieb der NS-X Zeit seines Lebens ein Exot – selbst in Japan gilt er als Exklusiv, wo die Leute für Nissan Skylines viel Geld ausgeben, obwohl sie nirgends über den dritten Gang hinauskommen dürfen…

Was bekommt man für sein Geld? Ein zweifelsfrei immer noch faszinierenden Youngtimer, der damals auch den Ferraris und Porsches zeigte, was möglich ist. Sein Fahrverhalten galt in Fachkreisen immer als spektakulär – nicht, weil es abartigere Kurvengeschwindigkeiten ermöglichte als Ferraris und Porsches – vielmehr, weil die Ausgewogenheit ihresgleichen suchte. Mit dem NS-X kann man auch heute noch gemütlich

Acura NSX Youngtimer

Hier in der seltenen Acura-Version: Youngtimer NS-X mit traumhaftem Innenraum – die angeschnittene Mittelkonsole gab es später auch im Legend III

durch die Stadt bummeln und sich dabei sehr vernünftig fühlen – erst über 5.000U/min geht es [brutal] zur Sache, ohne das im unteren Drehzahlbereich der Verdacht von Mangel entstehen würde. Das ist schon eine Klasse für sich.

Hinzu kommt eine tadellose Verarbeitung und die technologische Höchstleistung, nur die guten Klänge in den Innenraum zu lassen, obwohl das Herz des Wagens ja praktisch direkt hinter den Schulterblättern schlägt, wo der ungewöhnlich tief sitzende Fahrer sich jederzeit geborgen fühlt – die gesamte Geometrie aus Sitzen, Lenkung, Schaltung trägt ungemein dazu bei, dass der Youngtimer Honda NS-X der  ersten Baujahre sich auch heute noch faszinierend sicher anfühlt.

Ebenso wie in der Art Grenzbereich, die man besser nur auf dem Nürburgring erprobt… Hierfür sind die hohen möglichen Drehzahlen eine echte Show – der rote Bereich fängt bei 8000 an und lässt noch Luft – laut Honda eine Leistung der verbauten sündhaft teuren Titan-Pleuel, die einen Austausch des Motors unverhältnismäßig unbezahlbar machen.

Das ist beispielsweise ein guter Grund, um diesen Wagen in Deutschland zu kaufen, obwohl man die meisten Exemplare heute in Italien zu finden scheint. [Auch in der Schweiz, was den Import auffallen schwierig macht]. Wer in die Lage kommt, hier tauschen zu müssen, der sollte einen soliden Garantievertrag in Händen halten – hier werden nämlich schnell mal 15.000 Euro fällig. Faszinierend auch, dass man diesen Youngtimer-Boliden mit ~12 bis 14 Litern bewegen kann, wenn man will – das kann ein zeitgenössischer 928 auch nicht besser – von Ferrari

Honda NSX Youngtimer Anschnitt Front

Hat was von BMW 850 – Honda NSX im Youngtimer-Showroom-Layout

reden wir hier mal gar nicht.

Alles andere am Honda NSX Youngtimer scheint für die Ewigkeit gemacht zu sein. Rost ist kein Thema – zumal der NS-X immer in betuchten Händen war, was einem Youngtimer-Kauf im Regelfall zugute kommt.

Ein Youngtimer wie der Honda NSX  ist unzweifelhaft ein zeitloser Hingucker – mit diesem Wagen wird man überall angesprochen, auch in Nizza, Cannes oder Monaco vor der Spielbank – schon aufgrund seiner unglaublichen Seltenheit. Die Preise werden auch nicht mehr sinken, was den NSX zu einer ausgezeichneten Youngtimer-Investition macht, wenn auch in einer Region, die eigentlich etwas ausserhalb des üblichen Budgets liegt.



3 Gedanken zu „Nippon-Goldbarren: Honda NS-X [Japans Porsche-Phase I/V]

  1. Schöner Artikel zum NSX. Allerdings ist Rost logischerweise kein Thema da die Karosserie des NSX komplett aus Aluminium besteht. Als erstes Serienfahrzeug übrigens. Nicht nur das auch viele andere, zu seiner Zeit einmalige Neuheiten, haben den Weg in den NSX gefunden. Drive by Wire, elektrische Servolenkung, Fahrwerksteile alle Aluminium usw. Plus die Zuverlässigkeit eines Accords in einem Supersportler.

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