Youngtimer im Fokus: Subaru SVX

1991 konnte Subaru sich endlich durchringen, mit dem Subaru SVX einen stattlichen Gran Tourismo auf den Markt zu bringen. Aufgrund seines 6Zylinder Boxermotors wurde er ungerechtfertigter Weise gerne von den Deutschen Autozeitschriften mit dem Porsche 911 verglichen, was natürlich blödsinnig war – aber eben praktischer weise dazu führte, dass er in Vergleichen gerne gegen den Deutschen „Konkurrenten“ durchfiel, weil er eben nicht ganz so kompromisslos sportlich war.

Subaru SVX Youngtimer

sehr eigenwillige Linie: Subaru SVX – nachd dem dreht man sich mittlerweile um

Bei einem Gran Tourismo eigentlich kein Wunder, oder? Aber eben auch typisch für den Umgang der Deutschen Presse mit japanischen Autos. Doch am Ende des Tages konnte nichts verhindern, dass sich um den SVX eine feste Fan-Gemeinde etablierte. In den USA naturgemäß stärker als in Europa, obwohl auch Großbritannien sich als starkes Land für den SVX erwies.

Subaru SVX Innen

Innen japanischer Luxus der 90er Jahre – aber in seiner charmantesten Form

In Deutschland führte er zu Unrecht ein Schattendasein, obwohl er nicht viele Mitbewerber hatte. Und er teilte einen Makel, der auch Fahrzeugen wie dem Toyota Supra und dem Nissan Z zum Problem wurde: Die Leute waren nicht bereit, für ein japanisches Auto viel Geld auszugeben. Jedoch: Die Personen, die sich für ihn entschieden, taten das mit Haut & Haar: Als Subaru verkündete, den Wagen aus dem Programm zu nehmen, eskalierten die Bestellungen kurzzeitig: Jede Menge Leute, die bereist einen hatten, wollten vorsorglich noch einen für die Zukunft sichern… Wer heute einen SVX Youngtimer sucht, findet daher tatsächlich auch heute noch viele gepflegte Exemplare des Subaru vor. 3,3 Liter Hubraum und 220PS beeindrucken heute, wo jeder Familienturbodiesel 170PS hat, nicht mehr ganz so – dennoch weiß sich der Subaru SVX auch als Youngtimer noch sehr gut in Szene zu setzen. Der leise und sahnige Lauf des Triebwerks, gepaart mit der hervorragenden Automatik ist auch heute noch ein Genuß. Die Straßenlage des SVX ist auch heute noch ohne ESP und ähnliches neumodisches Zeuchs über jeden Zweifel erhaben – man kann den SVX auch heute noch sportlich bewegen, ohne dies bereuen zu müssen. Dann muss man allerdings auch hier und da schon mal mit 14 Litern Verbrauch rechnen. Das Ausstattungsniveau des Topmodells ist japanisch hoch – ungeschlagen jedoch sind die

Subaru SVX Motor

6zylinder-Boxermotor mit 220PS aus 3,3 Litern Hubraum – Traummotorisierung für den Allrad-Youngtimer

Seitenscheiben des SVX, die sicherlich optisch nicht eben jedermanns Sache sind, aber dafür sorgen, daß man mit heruntergelassenen Seitenscheiben fahren kann, ohne jegliche nervige Zugerscheinungen. Die Preise für einen gepflegten Subaru SVX Youngtimer sind bereits sehr stabil. Eine Rolle dabei spielt sicherlich das hohe Wartungsniveau. Die Ölmengen etwa, die ein SVX dann braucht, sind verhältnismäßig hoch – aber es lohnt sich: SVXs überklettern die 200.000KM-Marke im Regelfall ohne großes Murren. Der Motor ist entschieden weniger Komplex als der des Porsche 911, mit dem er so gerne verglichen wurde. Reichlich Großserientechnik fand hier Einzug – die Motoren von Legacy und Outback aus diesen Jahren sind technisch sehr ähnlich. Mit dem Subaru SVX erwirbt man für Preise zwischen 3000 und 7000 einen sehr individuellen Sportwagen, den kaum einer kennt, der aber etwas zeitloses hat.

 

Subaru SVX

Subaru SVX in der Farbe von Freude und Raps: eher die Ausnahme

Es ist leicht traumatisch für Subaru-Fans, dass es nach 15 Jahren Pause wieder ein neues Subaru Coupé gibt, dessen Styling viel schärfer ist, aber unter dem Label Toyota GT86, also Celica Nachfolge, auf dem Markt erscheint – mit Boxermotor aber ohne Allradantrieb.

Vielleicht ein Grund mehr, einen gepflegten SVX zu kaufen, bevor es jemand anders tut.



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