Volljährige Japaner VII/VII: Suzuki Youngtimer

Vielen Suzi-Jeeps blieb wirklich nichts erspart… Youngtimer mag man dazu nicht recht sagen

Die Angebotspalette von Suzuki war in den 80er Jahren, als die heutigen Suzuki Youngtimer gebaut wurden, recht übersichtlich: Es gab den SJ410/413, die später auf den Namen Samurai hörten, sowie den Suzuki Youngtimer Vitara im Geländewagen-Segment. Daneben gab es den Swift und den Alto auf der Limousinen-Seite – wobei „Limousine“ für Autos dieser Größe ein großes Wort ist… Alle anderen Modelle wie etwa der Super-Carry, spielten damals schon kaum eine Rolle, heute sind sie einfach verschwunden. Der LJ80, der den Durchbruch für Suzuki in Europa brachte, ist mittlerweile eher im Oldtimer-Segment und in Ausstellungshallen zu finden, als auf der Straße.
Straße ist ein gutes Stichwort: Aus heutiger Sicht wünscht man sich nämlich schnell, dass die Suzukis genau dort mehr Zeit zugebracht hätten. Die Realität des Suzuki SJ

Suzuki Youngtimer

….auch vor dem Innenraum wurde häufig kein Halt gemacht….

4xx-/Samurai-Youngtimer sah hingegen vielmehr so aus, dass der Wagen entweder in erster, spätestens jedoch in zweiter Hand immer mal experimentell ins Gelände ausgeführt wurde – wenn nicht in ernsthaftes Gelände, so doch zumindest an niederländische Strände, wo sich der unsachgemäß handelnde Besitzer alle wichtigen Teile mit feinem Sand verseuchte…
Insgesamt war der SJ/Samurai-Fahrer gerne mal recht unbedarft oder gehörte zu denen, die den Wagen zum Abitur von ihren wohlhabenden Eltern bekommen hatten und das Fahrzeug entsprechend sorglos

Eigentlich soll er so aussehen…. kleine Suzuki Youngtimer – gerne jedoch gesellt sich hierzu Rost-Dekor

bedienten. Dennoch gilt: Die heute noch überlebenden kleinen Geländewagen gehören häufig nicht zu diesem Typ – dann nämlich haben sie im Regelfall einfach gar nicht überlebt.
Leider hat man den Überlebenden häufig grausige Umbauten angetan.
Wer die SJs seiner Jugend im Originalzustand wiedersehen möchte, hat auf dem Deutschen Markt für Suzuki Youngtimer schlechte Karten. Ein Ausweichen in die Niederlande macht hier viel Sinn. Einerseits wurden hier auch deutlich mehr Varianten verkauft – wie etwa der lange SJ413 oder auch der PickUp – darüber hinaus gab es den Samurai hier beispielsweise deutlich länger.
Wie mehrfach erwähnt: Die Niederländer gehen mit ihren Autos besser um – darüber hinaus haben sie Japaner in den 80ern nicht so wertlos behandelt, wie es die Deutschen in ihrer germanischen BMW- und Mercedes- Hochnäsigkeit gerne getan haben.
Auf den kleinen Inseln im Norden Hollands sind noch diverse Suzi-Jeeps im täglichen Einsatz – auch von Typ Vitara. Während der Suzi SJ der coole Geländefloh war, war der

not bad… und wie immer: Die Niederländer haben auch hier das bessere Angebot an Suzuki-Youngtimern vom Typ Vitara

Vitara stets eher auf den Flanierstrassen zuhause. Im Grunde war der Vitara neben der Tatsache, dass er stets über eine spektakuläre Geländefähigkeit verfügte, eigentlich der erste Lifestyle-SUV, abgesehen davon, dass es damals noch keine SUVs gab.

Das „Wort“ tauchte erst deutlich später auf.
Der große Bruder des SJ kann alles ein bisserl besser und – im Gegensatz zum SJ – verfügt er über einen deutlich besseren Rostschutz und wurde zudem nicht ganz so gefoltert wie die kleinen Jeeps.
Beiden gemein sind die störrischen, schlecht zu handhabenden Cabrio-Verdecke mit den eigenartigen Druckknöpfen und den Schiebeleisten vom Schlage „Zugeschaut –

Offen ist der Vitara Youngtimer immer noch ein Traum – aber die Verdeckhandhabung stinkt zum Himmel….

Mitgebaut“, die schon neu keinen Spaß machten, bei den heutigen Modellen häufig eine echte Schwachstelle sind.Nicht nur, weil sie bei den Suzuki-Youngtimer gerne mal ausgeleiert, verspannt und schwer zu handhaben sind, sondern weil sie gerne auch erblinden oder in Alters-Inkontinenz auch gerne mal Wasser in den rostfreudigen Innenraum lassen. Das gute ist, dass das wirklich leicht zu erkennen ist. Wer heute einen Suzuki-Youngtimer kauft, muss unter Teppichen und Matten nachsehen und einfach alles anheben, was auf dem Boden haftet – sofern es noch haftet.
Vieles andere können die beiden Jeeps jedoch heute noch ziemlich gut – die Qualität ist japanisch, sofern nicht verbastelt wurde.

Was sie wirklich nicht gut können, ist auf nassen Straßen fahren – die Paarung aus hohem Schwerpunkt, Heckantrieb und kurzem Radstand ist eine diabolische Kombination. Das gilt selbst dann, wenn der Wagen würdig bewegt wird, Und da der Allrad-Antrieb auf der Straße nicht verwendet werden kann, muss man das schon mögen.

Aber wer es mag erhält hier für kleines Geld immer noch ein sympathisches Auto mit viel Charme und Stil.