Youngtimer? Germanen unter sich?

Französische Youngtimer Citroen CX

Teils grauenhaft schrullige Technik: Citroen CX aus den frühen 70ern. Aber eben doch irgendwie auch lässig…

Einer der schönsten Momente in unserer Historie liegt weit hinten in unserer Historie. Damals, als wir mit dem ersten Launch der Youngtimer-Portals, dass wir irgendwann wirklich mal neu machen, fast fertig waren, stellte plötzlich jemand die Frage unangenehm in den Raum, was eigentlich mit den ganzen französischen Youngtimern sei.
Pause, Stile – dann die verwzeifelte Wortfindung „JA, aber Franzosen… Die haben doch immer nur so … äh… französische Autos gebaut“.

Tja – irgendwie war damit alles gesagt. Und doch bekommen wir ja immer wieder Mails von Löwen-Freunden, Renault-Freaks und Maserati-Freunden. Aber wenn man damals über Youngtimer sprach, dann kamen die aus Deutschland. Schweden ging notfalls noch, auch die USA und notfalls UK. Franzosen gab es damals exakt 2:

  • Citroen DS
  • Peugeot 504

Punkt. Der Citroen CX wuchs natürlich später nach – der 505 brauchte so lange, bis er weggerostet war und Renaults schaute sich keiner ernsthaft an.

Renault R12 Kombi

Speziell der Kombi des Renault R12 hatte eigentlich eine fantastisch ausgeglichene Linie – und er war weit größer als ein Laguna von heute und qualitativ ohnehin weit besser

Die Oldtimer-Markt, als sie noch im braunen Layout erschien, hatte im Schnitt 120 Mercedes und 12 Fahrzeuge von allen französischen Marken zusammen – und damals gab es ja mehr als heute…

Und heute? Hat sich das auch nicht wirklich geändert. Geh auf die beiden großen Autobörsen und schraube das Baujahr runter und das Outfading ist schockierend.

Nehmen wir mal mobile.de. Da finden wir heute über 135.000 Mercedes – 20 Jahre und älter sind von denen immer noch über 9000, also immerhin 6,8% – spielen wir das bei Peugeot durch, sind 0,99% übrig, von Renault haben satte 1,16% über 20 Jahre auf dem Buckel, bei Citroen sind es immerhin erstaunliche 2,01% – im Durchschnitt über alle Marken sind es im Normalfall rund 3,4%, was seit Jahre recht konstant ist aber nach oben geht. Natürlich berücksichtigt das keine Schwankungen im Marktanteil, etc, – aber als Faustwert ein interessanter Wert. Nur mal so zum Spaß: der Benchmark-Wert ist übrigens 65%…

Nicht nur Deutsche konnten Innenräume - diese Art konnten Sie sogar eher nicht

Nicht nur Deutsche konnten Innenräume – diese Art konnten Sie sogar eher nicht – hier hatten Italiener wie der Alfa 164 mehr drauf

Zugegeben – da muss man sich nicht wundern, wenn die Leute sich auf die Fahrzeuge stürzen, die man auch wirklich bekommt… Selbst halbwegs neue Wagen wie der Peugeot 605 sind praktisch ausgestorben – den 607er  bekommt man nur mit erheblichem Reiseaufwand, wenn man nicht gerade in Saarbrücken wohnt.

Hm… Das Feedback am Wochenende zu den französischen Youngtimern hat aber mal wieder einmal gezeigt, wie viele Emotionen da drin stecken – schon wegen der Individualität. Ebenso  die Reaktionen auf Briten und vor allem Italiener – auch wenn die zunehmend vom Deutsche Markt verschwinden.
Da wir hier ja Berufene in unseren Reihen haben, werden wir das auch mal stärker unterstützen – da sind ja ein paar verborgene Schätze dabei – mal nur an Matra denkend – und auch mit dem Peugeot 605 werden wir am Wochenende bereits ein paar Tests machen… Und ja – dank Stella auch nochmals ein paar Italiener – ist der Alfa 164 cool oder was?

Wer hätte das gedacht….



4 Gedanken zu „Youngtimer? Germanen unter sich?

  1. Gewisse Franzosen wollte man haben ,bekam sie nie-zum Beispiel Simca 1000,Rallye ,Renault R8/R10,Citroen Kastenente,R4 ist und bleibt beliebt,Peugeot 205,Talbot Samba, Talbot Murena,Renault Alpine

  2. Die 505er Peugeots leben in Afrika weiter, weil „gutt für Transport“ (wie uns unlängst wieder mal ein interessierter Afrikaner mit leiuchtenden Augen erklärte).

  3. Französische Autos sind so französisch und das ist auch gut so. Deutsche Autos kommen mir langsam Spanisch und Tschechisch vor.

    Wie mein Vorposter geschrieben hat, gehen die robusten Franzosen ins Exil und haben noch ein hartes Arbeitsleben vor sich während die Deutschen hier in Deutschland verhätschelt werden in warmen Garagen und nur nicht im Winter fahren. Dem armen könnte ja der Holm weggammeln.

    Wie viele alte 403 und 404 Pickup müssen noch in Afrika oder anderen Länder schuften? In unser Nachbardorf fährt sogar noch ein 404 als Limo und ist erst schlappe 50 Jahre alt. Der bräuchte noch nicht einmal komplett zerlegt werden um ihn fahrbereit zu halten. Wenn ich durch das Ruhrgebiet fahre sehe ich immer mal wieder einen alten 404, 504, 304, 204 und auf dem Weg nach Köln hat mich auch schon mal ein 403 Break überholt. Es ist klar das die alten Franzosen nicht die Masse in Deutschland stellen. Aber sie haben auch nicht die Stückzahlen wie die deutschen Pendanten gehabt.

    Ich selbst fahre einen 406 Bj. 1998 mit 150 Tkm auf dem Buckel der im Inneraum als Neuwagen durchgeht. Äußerlich hat er ein paar Kratzer und eine hässliche Schramme in der Tür von einen Unfallflüchtigen. Aber der Wagen ist absolut alltagstauglich und Ersatzteile ist auch kein Ding. Zählt der schon zu den Youngtimern?

    Wenn ihr mal einen Artikel über den 406 schreiben möchtet, meiner ist dazu bereit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.