Opel Kadett C – Das zweite Leben, Teil 3

Der Opel Kadett C war von 1973 bis 1979 in unseren Breiten zu haben und nicht mehr so erfolgreich, wie Opel das gegenüber dem neuen Platzhirsch VW Golf, der 1974 auf den Markt kam, gerne gehabt hätte. Golf 1 gegen Kadett C war fortan das Battle der Klasse, das seit mittlerweile 40 Jahren die Gemüter beschäftigt. Der Golf 1 lebte auch ein paar zweite Leben – der Kadett C jedoch ist eines der ersten echten Weltautos, der diverse besondere Formen eines zweiten Lebens schaffte. und beinahe noch heute gebaut würde…

Kadett C

Die Modellvielfalt bereits vom Vorgänger geerbt

In Deutschland hatte er ein recht offensichtliches zweites Leben – nach seiner nur 6 Jahre andauernden Karriere als C-Kadett tauchte als billige Alternative zum Kadett D der Kadett C Klone Vauxhall Chevette bei den Deutschen Opel-Händlern wieder auf – für Deutsche Augen ein Kadett C mit dem Gesicht des Opel Manta B – bizarr, befremdlich und vor allem wenig erfolgreich.

Kadett c irgendwie

Ganz ganz bizarr und gänzlich unbekannt: Buick Hatch; nur 18 Monate im Programm – phasenweise mit dem Zusatz „Opel Hatch“ versehen – bestückt mit einem 2,4 Liter Motor – allerdings mit schier lächerlichen 72PS

Aber das war im Prinzip nur der Anfang seiner Karriere. In Japan gilt das Modell als ewiger Klassiker – unter dem Namen Isuzu Gemini wurde er von 1974 bis immerhin 1987 gebaut, also mehr als die doppelte Zeit. In ländlichen Regionen Japans galt der Gemini auch in den späten 90er noch als Kultauto bei einigen jungen Leuten.

Kadett c holden

Holden Gemini 1980 nach diversen Facelifts – da muss man schon genauer hinschauen, um den Kadett C zu erkennen

Auch Holden in Australien hatte den Gemini als Brot- und Butterauto im Programm – von 1975 bis Weihnachten 1985. Dort galt der Wagen – wie in Deutschland auch, als begehrtes Tuning-Objekt. in Australien allerdings, weil er mit dem 6 Zylinder Motor des Holden Calais verheiratet werden konnte, den wir Deutschen als Opel Commodore kennen. Diese Operation machte aus dem Gemini einen Rennwagen und erhielt den australischen C-Kadett in der Jugend-Szene ebenfalls lange aufrecht – was auch wir Deutschen kennen – speziell vom getuneten C-Coupe, den Mantzel in den 80ern mit schier jeder vorstellbaren Leistung ausstattete…

Kadett C the UK way

Moment mal – wieso hat der Kadett C die Manta-Front? Weil the UK way of Opel damals grundsätzlich so aussah

Doch damit nicht genug: eine weiteres zweites Leben führte die Plattform des Opel Kadett C in den vereinigten Staaten als Chevrolet Chevette – hier allerdings in der Erscheinungsform, die bei uns Kadett City hieß, mit kompaktem Heck im Stil des Golf. Auch hier wurde der Wagen mit zig Facelifts und später sogar übelsten experimentellen Dieselmotoren bis weit durch die 80er geschleift – sein letztes Modelljahr war 1988 – da wurde er zwar nicht mehr gebaut, seine überschüssig produzierten letzten Modelle allerdings mit Hilfe von schäbigen Aufklebern noch ein letztes Mal in einer Final Edition verramscht. Zu der Zeit hatten wir Deutschen schon den Nach-Nachfolfger des Opel Kadett C bei den Händlern stehen! Den Chevette gab es lange Jahre auch in Brasilien in dieser Form und in einer Exportversion in Guatemala, allerdings nur in den Jahren 77 und 78, während die Argentinier praktisch den Original Opel Kadett C als Opel K180 bekamen, der dort allerdings nur müde 3 Modelljahre schaffte und bereits 1978 aus dem Programm genommen wurde.

Auch hier muss man einen Moment hinsehen - sehr späte "Hot Hatch" Version des Isuzu Gemini

Auch hier muss man einen Moment hinsehen – sehr späte „Hot Hatch“ Version des Isuzu Gemini

Was lernen wir daraus? Vielleicht hat Opel – aus einer größeren Flughöhe betrachtet – den Kadett C nach kaum 6 Jahren in Golf-Panik schlicht zu früh aus dem Programm genommen? Einen Wagen wie das C-Coupé jedenfalls gab es im Anschluß nicht mehr – selbst der auf seine Weise erfolgreichen Kadett E GSI konnte da nicht mithalten. Und als der sich gegen den Golf verteidigte, wurde der Kadett C in anderen Ländern immer noch fröhlich facegeliftet und mit Turbodieseln ausgestattet. In Deutschland hat er es nicht mal bis zum Diesel geschafft.



12 Gedanken zu „Opel Kadett C – Das zweite Leben, Teil 3

  1. ..ja, das war ein schönes auto….der in brasilien produzierte chevrolet chevette hat sogar dort eine sehr grosse anhänger zahl..und es gibt da viele tuning orgien an diesen modell.
    ..es gibt da auch einige versionen die interessant sind, wie den pick-up oder den in 1983 eingeführten 5 türer fließheck,
    dieser war grundgehend auf der limo aufgebaut und hatte keine coupe komponente.

    …am rande eingefügt….

    den ascona c gab es in brasilien bis 96 auch als fließheck-coupe und wurde duch den b vectra abgelöst und der record c wurde mit einigen facelifts bis 92 als chevrolet opala gebaut, sogar mit einer 3.8 und später 4.1liter 6 zylinder maschiene…allgemein haben die brasilianer einige karosserievarianten auf opel basis, die auch hier in europa einige fans finden könnten….

  2. Der Kadett C, das Kultfahrzeug. Viele Jahre selber einen 1000er gefahren. Sehe das Fahrzeug schon als Oldtimer. Für gute Fahrzeuge mit Aufbaufähiger Substanz bin ich gerne bereit über 800 km zu fahren und Fahrzeuge zu erwerben, allerdings nur Sonderserien wie 1000er, GTE, Rallye etc..

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