Am Ende – warum eigentlich?

In

In Deutschland sind Rat-Cars nie so richtig angekommen – im Gegenteil: Sie führen bei Treffen oft zu emotionalen Überreaktionen

Immer wieder haben wir Youngtimer Bilder gehabt von Autos, die nicht dem Ideal der 110%igen Restaurierung entsprachen, mit der man es auf das Cover der Oldtimer-Markt schafft. Autos, die verrotten – aber auch solche, von denen man sich fragt, ob man die nicht mit drei Handgriffen wieder fit bekommen würde, wenn man es denn wirklich wollte – wie schwer kann das sein?

Manchmal treibt einem das die Tränen in die Augen, manchmal hat es aber auch etwas eigenartig versöhnliches – denn irgendwie sind diese Fahrzeuge ja dennoch da – und wer weiß, vielleicht fasst sich dann ja doch mal jemand ein Herz…. Und irgendwo hinten im Hirn überlegst Du schon, ob Du nicht in Deiner Garage, wenn Du den Ford ganz dicht hinten an die Wand und das Motorrad für kurze Zeit bei Deinem Kumpel…

1502177_10201901021825898_363321666_o

Andernorts sind es einfach alte Autos – nur Cuba ist eine ganz harte Ausnahme, auch wenn das andere Gründe hat

In einigen Kulturkreisen ist der Youngtimer ja ohnehin unbekannt – da ist es einfach das billige alte Auto, das mit Liebe zur Technik am Leben erhalten wird – aufgrund der simplen Tatsache, dass es dich von A nach B bringt, was hier in so manchen Show-Szene so weit verloren gegangen ist, dass es auch schon wieder nervt.

Und an einigen Ständen der Motorshow in Essen möchte man schon seit 20 Jahren zucken, wenn man sieht, was Youngtimern mit nachträglichem Tuning alles angetan werden kann.

Dann schon lieber Rat-Cars, für die sich im Deutschen kein rechter Name etabliert hat, wahrscheinlich, weil es im Grunde undeutsch ist, solche Autos zu bewegen.

Was uns aber wirklich interessiert ist: wie kommt es eigentlich dazu? Wie kommt es zu dem „Am Ende“-Autos?

Youngtimer am Ende

Klassischer Fall sinnlosen Verfalls, den man hätte stoppen können

Solche Wagen, von denen Du weißt, dass sie schon seit 2007 irgendwo am Straßenrand stehen. Da hätte man sie vielleicht sogar noch verkaufen können, wenn man sie mal schnell durch die Waschstraßen gefahren hätte. Und jetzt sind sie von Schimmel, Grünspan, Ratten und Getiers überwuchert, die Reifen platt gestanden, die Bremsen festgerostet…. Warum dann nicht weggeschafft?

Ein Rätsel, das uns wirklich schon seit langem beschäftigt. Wenn ihr die Geschichte kennt oder die Bilder dazu, dann schickt sie uns.




2 Gedanken zu „Am Ende – warum eigentlich?

  1. Ich glaube die Yountimerszene und Oldtimerszene ist gespalten in Deutschland. Die einen sind schicky micky und die andern Rattenfreunde. Siehe Rust N Roll und Co. Bei den einen kann es nicht gammelig genug sein, bei den andern nicht glänzend genug. Natürlich gibt es noch andere Spaltungen und Grenzlinien in der Szene. Etwa die Originalitätsfanatiker und die Tuning-Perversen etwa.
    Mir persönlich ist das alles zu extrem und zu dogmatisch. Meine Autos, egal ob Youngtimer oder nicht, haben Kratzer, Schrammen und matte Stellen. Auch gibt es kleinere Umbauten für meine Bedürfnisse. Erst diese kleinen neckischen Details machen die Wagen für mich interessant. Aber sowohl Edel-kreuzer als auch Edelratten sind mir zu extrem. Zu exzentrisch. Zu affektiert. Zu gekünstelt.

  2. PS: Mit Edelratte meine ich Wagen die auf Teufel komm raus auf gammelig getrimmt wurden. Motorhaube entlackt etc. Total übertrieben sowas.

Die Kommentare sind geschloßen.