Youngtimer – die heimlichen Helden der Innenstädte und Autobahnbaustellen :-)

Unter den besten Gründen zum Youngtimer kaufen hört man normalerweise solche wie: Cooler, einfacher, billiger, lässiger…. So richtig praktische Gründe findet man gar nicht so häufig bei den Fans. Der bereits legendäre Kevin, Begründer der Kevin-Generation, war kürzlich mal wieder mit mir unterwegs.

Kevin ist kürzlich 20 geworden, hat mittlerweile schon seit 2 Jahren einen Führerschein. Und es hat sich etwas verändert bei Kevin – vielleicht spielte unser pädagogischer Auftrag da eine Rolle 😉

Youngtimer kaufen

Nach einem Golf IV dreht sich… richtig – keine Sau dreht sich nach dem um

Als Kevin 2012 volljährig wurde, hat er sich einen Golf IV zugelegt, Baujahr 2001, 100PS, dicke Räder. Kein schlechtes Auto, aber weder ein Highlight noch ein Hingucker – auch nicht mit dicken ATU-Schlappen (oder erst recht nicht…).

Youngtimer Kaufen – neue und alte Gründe

Das ging so etwa 9 Monate gut. Dann ein Unfall – Männlich, 19, dicke Räder drauf, angebetete 17 Jährige auf dem Beifahrersitz – muss man mehr sagen….? 😉

Youngtimer Kaufen Volvo

Youngtimer Kaufen mal zufällig: Volvo 440 aus unserem Ugly-Fuhrpark – für eine Handvoll Euro – aber mit Effekt aufs Hirn

Erst mal kein Geld für einen neuen Wagen haben, aber ganz klar einen solchen wollend, kauft sich Kevin einen wirklich billigen Wagen (aus einer von unseren Scheunen) – einen Volvo 440. Kein Highlight im klassischen Sinne, schon klar – aber jetzt mal kurz in den Geburtsjahrgang 1994 versetzen. Der Bau des Volvo 440 wurde eingestellt, als Kevin knapp 2 Jahre war. Das ist in etwa so wie für mich der VW 1600 TL oder der frontgetriebene Ford Taunus. Holla – das waren Youngtimer in meiner Jugend.

Und so stellte dann auch Kevin fest, dass ein 400€ Auto durchaus mehr Köpfe bewegt als ein Golf IV mit dicken Rädern – und dafür braucht das 400€ Auto nicht mal dicke Räder.

Und so langsam entwickelte sich ein Plan – einer mit 2 erstaunlichen Aspekten. Als Kevin jetzt mit uns unterwegs war, fuhr er einen Saab 9000 – einen der spätesten überhaupt – gebaut 1998, zugelassen 1999. Unfassbar gute Ausstattung mit allem drum und dran und schier lächerliche 110.000 Kilometer auf der Uhr. Rentnertraum der Neuzeit, letztes Auto seines einzigen Besitzers, Jahrgang 1934.

youngtimer kaufen Saab

Braucht trotz stattlich wirkender Figur nur halb so viel Platz wie manches moderne Auto, das halb so groß ist

Den findet Kevin cool – „Eines der lässigsten Oberklasseautos mit Understatement. Aber die Leute schauen sich den ganz genau an…. Und finde mal einen Kommilitonen, der einen Wagen mit Lederausstattung, Klima und serienmäßigem Navi hat!“ Wohl wahr …. die Insignien der Macht… 😉 Und das eingebaute Navi hat uns tatsächlich auch ein wenig überrascht, zugegeben…

Hinzu kommt aber für Kevin noch ein ganz besonderes Thema. „Der Saab 9000 ist für den heutigen Verkehr viel besser geeignet als heutige Autos. Für ein Oberklasse-Auto ist er unfassbar schmal, obwohl er eine Menge Innenraum hat. Damit kommst Du auch als Anfänger in jede Parklücke, auch weil er so übersichtlich ist – und: Das nimmt Autobahnbaustellen der Schrecken, weil der Wagen einfach immer lässig links fahren kann – auch neben LKW!“

ganz genau hinsehen... ;-)

ganz genau hinsehen… 😉

Hm… das sind Argumente, die in der Tat eine Rolle spielen – und solche, die zu unserer Zeit noch nicht so wichtig waren. Klar – der Kadett B oder C war auch schmal, was praktisch war, aber selbst 2 Opel Senator nebeneinander machten ein Parkhaus nicht eng – 2 Golf Baujahr 2014 sehr wohl… Youngtimer Kaufen bekommt hier eine ganz neue Komponente in der heutigen Automobilgesellschaft: Nischen-Auto – nur nicht in dem Sinne, in dem es das Automotive-Marketing seit Jahren verwendet. Unsere Autos passen tatsächlich in Lücken, in die Du dich mit all Deinen Einparkhilfen und Assistenzsystemen des Jahrganges 2014 vielleicht auch rein traust – es hilft Dir nur nichts, weil Du Deine Türen nicht öffnen kannst…



4 Gedanken zu „Youngtimer – die heimlichen Helden der Innenstädte und Autobahnbaustellen :-)

  1. Ein 9000 ist ein fettes Schwein. Den 900 (YS3A), 99 oder 90 (YS3B) hätte Kevin mal fahren sollen, dann wüßte er, was ein schlankes Auto ist…

    Und wenn er den späten 9000 für übersichtlich hält empfiehlt sich eine Fahrt im frühen (CC-Karosse). Da geht nämlich noch was in Sachen Rundumsicht. 😉

    PS:
    Das Navi im abgebildeten 9000 ist übrigens nicht serienmäßig. Sowas gab es serienmäßig nie. (Das heißt aber nicht, daß das nicht auf hartnäckigen Kundensonderwunsch beim Händler vor der Auslieferung reingekommen sein könnte. Möglich ist grundsätzlich alles; nur eben nicht serienmäßig.)

    1. Ganz genau betrachtet ist das Navi nicht mal ein Navi, sondern ein schauderhaft billiges Tablet von Pearl Express in einem Einbau-Rahmen, der Touchpads auf Bohrtüemn befestigt 🙂

  2. In der Geschichte finde ich mich an einigen Stellen wieder.
    Im Januar 2014 habe ich mir mit 18,5 Jahren einen 4 Jahre alten BMW 118d gekauft. Tolles Auto: Extrem zuverlässig, sehr sparsam und hat mit Tempomat, Sitzheizung, Klimaautomatik, Bluetooth, PDC, uvm. wirklich alles was man braucht.
    Aber halt extrem langweilig und beliebig. Grad hier im Regensbuger Raum DAS Auto, welches wirklich auf jedem Parkplatz zwischen 3x und 20x zu finden ist, da die 1er auch hier gebaut werden.

    Seit letzter Woche bin ich zusätzlich Besitzer einen 1991er BMW 520iA in wirklich tollem 80er-Chic mit Kaschmirbeigen Lack und braunen Stoffsitzen.
    Und was soll ich sagen? Nach diesem Auto drehen sich mittlerweile wirklich viele Leute um.
    Zum pendeln behalte ich den 118d, klar. Der ist eben sparsam, zuverlässig und flott. Der E34 dagegen hat richtig Stil und macht Spaß ohne Ende. Ist dazu sehr günstig zu unterhalten.

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