Opel Werbung – those were the days…

Moment mal - DAS AUTO? Das kennen wir doch heute von ganz woanders...

Moment mal – DAS AUTO? Das kennen wir doch heute von ganz woanders…

Umparken im Kopf? Das war schon eine große Idee, fanden zumindest die meisten Werbefachleute – und davon gibt es ja fast soviel wie Bundestrainer in unserem Lande.

Aber ganz im Ernst – das war alles intellektuelles Zeug – früher ging Opel Werbung mal ernsthaft ins Herz und in den Bauch und hatte noch den stämmigen Mut einer Marke mit 20% Marktanteil.

Wirklich krass sticht dabei eine Kampagne ins Auge, an die sich scheinbar im heutigen Wolfsburg niemand mehr erinnern kann

DER OPEL KADETT – DAS AUTO

Werbung Opel GT

Genau… Und wer baut die? die bauen wir! So sieht Mut aus.

Das bleibt einem die heutige VW Kampagne schon irgendwie komisch im Hals stecken, oder?

Schön zu sehen, dass Opel doch damals so mutig und angenehm selbstbewusst an die Sache ging – das war lange Zeit im Marketing in Rüsselsheim wohl irgendwie nicht mehr so recht vorstellbar – und vielleicht sehen wir auch ein wenig, wo das am Ende hingeführt hat. Das ist vielleicht eine Henne-Ei-Frage: Aber macht ein Selbstbewusstes Marketing am Ende auch einen stattlichen Marktanteil oder ist es möglicherweise umgekehrt? Keine Frage, die wir analytisch klären können – vielleicht mal was für eine Diplomarbeit. Aber bei Opel war das in den 60er, 70er und auch 80er Jahren noch durchaus da: Stolz und Selbstbewusstsein – und vor allem auch Mut in dem Weg, wie man Werbung anging.

buick_opel_gtDer Opel GT war damals als Mini-Corvette ein mutiges Auto für Opel – und der wurde erhobenen Hauptes durch die Werbung getrieben. Der galt phasenweise als so männlich und cool, dass selbst die US-Mutter, die ja traditionell nicht besonders charmant mit Opel umging, den Wagen in der Werbung auf der anderen Seite des großen Teiches verwendete. eine wirklich einmalige Huldigung, anders kann man es nicht sagen.
Aber auch sonst prägte Opel.

Opel Monza

Statement – da braucht es kein langes Gelaber

„Nur fliegen ist schöner“ war so sehr in den Volksmund übergegangen wie Jahrzehnte später „Unkaputtbar“ aus der Cola Werbung. und das galt auch nicht als peinlich – das war 1a zielgruppenkonform. Aber auch die Einführung der Opel Senator und Monza, die viel Mut und dennoch eine gewisse Behutsamkeit benötigte, war flankiert von Print ohne großes Geschwafel. Schließlich hatte man ein Produkt, dass sich sehen lassen konnte. Genau genommen hatte vor allem der Monza kaum eine nennenswerte Konkurrenz, weil beispielsweise ein Hund einfach schwer in einen Mercedes 230CE W123 passte (obwohl in der Werbung gerne mal die Golftaschen die Rolle des Hundes spielen mussten). Ein Drama, dass dieses Auto so nachfolgelos ableben musste. Ein Monza auf Basis des Omega B – da läuft uns sofort das Wasser im Munde zusammen…

Monza Werbung

Da huscht dem Germanisten ein feines Lächeln über die Lippen 😉

Dass es der Holden Monaro nie auf die Deutschen Strassen geschafft hat, ist nur eine Randnotiz im unaufhörlichen Abstieg, den Opel leider erleiden musste. Und immer denkt man sich beim Anblick dieser Geschichte: Das wäre alles so vermeidbar gewesen… Oder gilt hier nur „Hinterher ist man immer klüger“?

Möglich.

Was uns im historischen Rückblick auch gefällt: Werbung für den Commodore B mit sehr viel Stolz und der Message: Du kauft hier einen kommenden Klassiker. Klar, es hat ein bisserl gedauert und viele Rekord D und Commodore B mussten erst durch böse Hände gehen, bis sie da angekommen sind – aber das Potenzial hatten sie ganz offensichtlich. Für den aktuellen Insignia ziehen wir das mal in Zweifel – und da braucht es nicht besonders viel Glaskugel und mutige Sicht, um das zu behaupten. Wobei man in aller Fairness sagen muss: Von heutigen Autos kommen das wohl insgesamt weniger Fahrzeuge in diese Liga – und das sind grundsätzlich mal nicht die der bürgerlichen Marken, wie das damals noch der Fall war.

die haben es damals schon gewusst...

die haben es damals schon gewusst…

 

Und – bevor man es vergisst: Opel war ja auch tatsächlich mal in der Oberen Oberliga zuhause – da, wo Leute zum Kaviar Champagner schlürfen und Zigarren rauchten. opel_v8!So zumindest suggerierte uns das die damalige Kampagne – noch im zeitgenössischen  Zeichnungs-Loook, der durchaus irgendwie edel anmutete in Zeiten, in denen die Zeitschriften drum herum noch größtenteils schwarz/weiss daherkamen, das darf man hier nicht vergessen. Dass Opel daran nicht anknüpfen konnte, erscheint heute aus vielerlei Hinsicht noch am nachvollziehbarsten. Dass sie den Mut verloren haben, ist im Rückblick einfach nur eine verdammte Schande für eine Marke, die soviel Nachkriegsdeutschland bestimmt hat und den Volksmund mit mutigen Botschaften zu prägen vermochte. So prägend, dass ausgerechnet Marktführer VW sich heute daran bedienen muss, obwohl Ferdi Piech ja mal in einem Interview gesagt hat, dass er nie Respekt vor der Marke Opel hatte.

Und doch muss er heute ihre Slogans klauen.
Hut ab zum Gebet.

 

Mit Liebe recherchiert und verfasst vom Opel Blog Blitzer


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