Der Traum der kreativen Zielgruppe

Okay – zugegeben. Für ein paar Minuten haben wir gezittert, als wir unseren EU-Kommissions-Post veröffentlichten. Da haben wir im Vorfeld schon Weihnachten lange drüber diskutiert – die Idee dieser Abfrage tragen wir schon seit Ostern mit uns herum – also nicht ganz so lange wie die Akte Mannesmann 😉

So Kinder... mal wieder was für's Leben lernen - so sah die EU 1995 aus ;-)

So Kinder… mal wieder was für’s Leben lernen – so sah die EU 1995 aus 😉

Und dann kommt die erste Mail… Du machst sie auf, erwartest fast, dass jemand einfach nur reinschreibt „Kadett E“ oder so und sonst nix – und dann bekommst Du Mails, die sich einfach nur cool lesen und einerseits zeigen, dass wir hier tatsächlich ein paar Leute gebündelt haben, die sich um das Thema wirklich Gedanken machen, dann aber auch solche, die wirklich Spaß am Mitspielen haben und das auch zeigen.

Hier mal ein paar Highlights zum Mitschmunzeln:

Fiat 124 – der Wagen erfüllt alle Kriterien der Vorgabe und setzt darüber hinaus das klare politische Signal an neu beitretende Länder aus dem ehemaligen Ostblock: Hier bist Du zuhause

großartige Überlegung auch:

Der Ford Sierra nach dem ersten Facelift – aber mit dem 90PS TDI aus dem Golf 3 und natürlich vollverzinkt als Turnier – mehr kann man wirklich nicht verlangen

Politisch durchdacht und Konsens-orientiert:

Warum nun der Escort? Ganz einfach, Frankreich und Deutschland konnten sich auf kein deutsches oder französisches Auto einigen. Fiat hatte gerade nichts im Programm, blieben als lachende Dritte in diesem Fall die Briten, die erstens belegten, dass der Escort in England entwickelt worden war und zweitens schnell dafür sorgten, dass Ford Europe unabhängiger von Dearborn wurde. Produziert wurde der Wagen darum auch nur noch in Belgien, GB und Spanien. Die Technik war auch ausgereift – abgestanden genug, so dass sie europaweit beherrschbar war.

Tatsächlich interessant: Französische Autos mag keiner so recht vorschlagen – zum Teil gar explizit:

Jetzt könnte man einwerfen: „Klar, das trifft auch für den Kombi des Renault 18 zu“ – der jedoch wäre an einem – wie ihr immer sagt GERMANISCHEN STAMMTISCH – nicht durchsetzbar gewesen 1995.

Schön auch: viele innere Monologe

Das ideale Auto wäre hierfür sicher der Opel Zafira – dummerweise müssen wir den ja für das Spiel ausschließen, weil es den 1995 noch nicht gab. Mist.
Also von vorn….“

Schön auch die gesellschaftliche Konsens-Findung

Und wie man sieht, kann man mit dem Audi 80 trotz „Einheitsfahrzeug“ eine Palette bieten die von der einfach Ausgestatteten Limo (einfache Arbeiter), über den Mittel ausgestatteten Kombi (Familie), bis zum vollausgestatteten Cabrio („Besserverdiener“) jede Bevölkerungsschicht zufrieden macht

Bis hin zur Aufmüpfigkeit:

Wir als Initiative zur Rettung der motorisierten Vielfalt lehnen das EU-Referendum 18-22/r unter Berufung auf die Wettbewerbsgrundsätze unseres Binnenmarktes ab. Das Referendum führt keineswegs zu geringeren Entwicklungskosten, sondern vielmehr zur Ermüdung der Entwicklungsabteilungen und unverantwortlicher Gewinnsteigerung der Konzerne.

Aber wenn wir mit unserer Petition nicht durchkommen, dann wollen wir den W124, weil er das einzige Auto ist, mit dem man auch freiwillig 20 Jahre lang fährt!

Und unser Killer des Tages:

P.S. jetzt verstehe ich, was Euch an Eurer Mannesmann Geschichte so viel Spass bereitet hat

Danke, Danke, Danke – und Vorschläge werden nach wie vor noch bis zum 10.01.2015 angenommen 🙂 (Poll Closed)

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