Peinlicher Sündenfall in der aktuellen auto motor sport

Als wir vor einigen Jahren die Initiative „Schreiben ohne Zwänge“ gegründet haben, da war eines der Worte, die uns dabei böse im Hinterkopf echoten „Redaktionelle Linie“.

Was ist eine redaktionelle Linie? Das ist so etwas wie „Wir als Redaktion finden Skoda blöd“ (Skoda hier wirklich nur exemplarisch…). Und wenn Du dann mal einen Skoda fährst und den ganz toll findest und das auch schreiben willst, dann hast Du dieses Gespräch mit Deinem Chefredakteur oder mal mindestens CvD, den der Chefred eben noch angerufen hat und der sagt Dir dann „Du hast ja recht – aber das passt nicht in unsere redaktionelle Linie. Das ist bemerkenswert unwürdig – erst recht dann, wenn Du am Ende Deinen eigenen Namen unter den redaktionell gerichtlienigten Artikel setzen musst oder gar findest, bevor Du die „Korrekturen“ genehmigen oder zumindest mal vorher lesen kannst.auto-motor-und-sport-3-2015-Themen-fotoshowBigImage-a8be0015-836935

Was hat das alles mit der Auto Motor und Sport zu tun?

Die machen sich in ihrer aktuellen Ausgabe unter dem Titel „Heute ist alles besser“ daran, Youngtimer mit ihren heutigen Nachfolgern zu vergleichen. Aber nicht pari, sondern mit denen, die eine Klasse drunter sind, weil Fortschritt und Größenwachstum das eigentlich so diktieren. Da sind wir natürlich jetzt nicht ganz objektiv 😉 Andererseits sind wir uns dessen ja voll bewusst. Aber auch unter objektivierten Kriterien kommt dabei ein eher flacher Artikel heraus, der mathematisch beweist, dass heute alles besser ist.

Wir sehen das anders und unterstützen Generationen-Treffen :-)

Wir sehen das anders und unterstützen Generationen-Treffen 🙂

Der jedoch endet dann mit einem persönlichen und namentlichen Fazit, dass da heißt „Das heute feiern, nicht das Gestern verklären“ – und das wiederum – und hier schließt sich der Kreis – lässt bei uns alle Alarmglocken klingeln, stammt dieses Fazit doch ausgerechnet von Sebastian Renz, der in den vergangenen Jahren eher als der sehr feinfühlige Youngtimer-Versteher im Schlepptau von Malte Jürgens aufgefallen ist.

Und das klingt dann schon wieder verdächtig nach Redaktionslinie – und wirft gleichzeitig ein interessantes Licht auf den Youngtimer-Ableger der ams und die Motor Klassik… Dafür ein dickes Buuh von uns, dass sich die ams seit dem Abgang von Bernd Ostmann allerdings auch gesamtheitlich erarbeitet hat.



1 Gedanke zu „Peinlicher Sündenfall in der aktuellen auto motor sport

  1. Ich entsinne mich an den Artikel, die letzte AMS die ich je gekauft habe. Das war alles so an den Haaren herbeigezogen, die Verbräuche so praxisfremd. Dass das der Renz geschrieben hat war mir gar nicht aufgefallen, der ansonsten ja durch Realitätsnähe auffällt. Um die Zeit hat die AMS auch erklärt, warum der smart for four fast das Doppelte des Dacia Sandero wert wäre, und zwar locker………was war das in den Achtzigern für ein tolles Blatt, z.B. die großen Kleinwagenvergleichstests (Polo, 205, Corsa, Uno, R5…), bei denen sich die Westrups dieser Erde noch überlegt haben, wofür die gebaut sind, bevor sie die Autos beurteilt haben. Heute wird sich beschwert, dass der (übertrieben) 60PS Up! keine 200km/h geht. Nur noch Gehirnwäsche für Neuwagenkäufer…..

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