Neuwagenkäufer werden nach Strich und Faden verarscht

Als Gerhard uns das erste Mal angeschrieben hat, waren wir zunächst stutzig. Sorry Gerhard, aber das war eine komische Mail. Mittlerweile haben wir uns mehrfach getroffen, ein paar der unterhaltsamsten und lehrreichsten Benzin-Stunden seit langem verbracht, nebenbei viel über Cava gelernt und das Erkennen günstiger guter Rotweine und nebenbei auch einen echten Senior Adviser getroffen. Einer unserer meistgelesenen Posts, Neue Autos gewinnen Tests…, kam dabei bereits heraus. Und da das schon wieder fast zwei Jahre her ist, war es mal wieder an der Zeit für ein paar weise Worte
Wir übergeben das Wort an Dich, Gerhard.

Wenn ich die Jungs und Mädels vom Youngtimer-Blog treffe, dann denke ich immer, dass die doch vieles sehr sehr richtig erkannt haben – und ihre Leser und Facebook-Fans wohl auch, wenn sie sich bewusst aus den verschiedensten Gründen für ein Nicht-Neufahrzeug entscheiden. Ich war zig Jahre in der Automobilindustrie tätig – als Ingenieur von Qualitätsfahrzeugen und anschließend als Berater für die Gewinnmaximierung. Die allerdings treibt mittlerweile Blüten, die mich aufschreien lassen.

So sehen Qualitätsautos aus - und da bin ich mir sicher, weil ich dran mitgearbeitet habe.

So sehen Qualitätsautos aus – und da bin ich mir sicher, weil ich dran mitgearbeitet habe.

Der wesentliche Grund, warum Autos heute so schlecht und teuer sind, sind Einsparungen bei den Entwicklungskosten. Ein gutes, stabiles, leichtes und belastbares Bauteil zu erstellen, kostet eben nicht nur Material, es kostet vor allem hunderte Stunden teurer Ingenieursleistung. Elektronik und moderne digitale Technologie hingegen ist vergleichsweise billig zu haben. Das ist einer der Treiber des aktuellen VW Skandals: Du kannst ein Auto lang und aufwändig so konstruieren, dass es wirklich wenig verbraucht – wobei die Physik hier substanzielle und gern geleugnete Grenzen setzt – Du kannst ihm Sparsamkeit aber eben auch für einen kontrollierten Zeitraum einfach per Software diktieren.

Qualität kostet vor allem hunderte Stunden teurer Ingenieursleistung

Und das zieht sich durch. Ich habe kürzlich einen bizarren Test begleitet. Ein Autohersteller hat versucht, herauszufinden, wie er mehr Extras verkaufen kann – tatsächlich gibt es da doch frecher Weise Leute, die nicht so viele Extras erwerben wollten, wie der Hersteller in seinem Forecast stehen hatte. Der Schlüssel dafür ist ein Usability-Test des Fahrzeug-Konfigurators auf der WebSite des Herstellers. Dort lässt man 120 Kandidaten, die dem Beute-Schema des Herstellers für sein Mittelklasse-Fahrzeug entsprechen, den Konfigurator bedienen – den gibt es für diesen Test in verschiedenen Versionen mit unterschiedlichen Extras und Baubarkeitsregeln und am Ende wird ausgewertet, in welcher Version der Hersteller das meiste Geld verdienen kann.

Audi 100 c4

Vielleicht das beste Auto – qualitativ betrachtet

Ergebnis hier: Hebst Du den Kunden erst einmal mit einem billigen Extra über die Schwelle, dann kreuzt er gleich auch noch ein paar weitere Extras an, die das Salz in der Suppe sind – an denen verdient der Hersteller proportional weit mehr als am Auto selbst. Jetzt brauchst Du nur noch das richtige Extra – in dem Falle tatsächlich die elektrischen Fensterheber hinten für kaum 70 Euro und das Tagfahrlicht für 30 Euro. Die Fensterheber hinten sollten eigentlich bei einem Auto dieser Klasse zur Serienausstattung gehören. So war es auch ursprünglich. Seit man allerdings festgestellt hat, dass der Käufer mehr Extras kauft, wenn er sich für die hinteren Fensterheber entschieden hat, sind die Fensterheber nicht mehr im Serienumfang enthalten.

What??

Genau. Am eigentlichen Kaufpreis hat der Hersteller nichts geändert – nur, dass der Kunde jetzt 70 Euro mehr zahlt – und dann in Folge eben noch weit mehr ausgibt, weil er jetzt ein „Extra-Kunde“ ist, einer, der willens ist, mehr Kreuzchen zu setzen und dann eben auch noch andere Features dazu nimmt.

Jetzt muss man sich das mal reinziehen:

  1. Der Kunde bezahlt 70€ mehr als eigentlich richtig wäre

    kreutz Du die an, bist Du im Teufelskreis der neuwagenkäufer angekommen

    kreutz Du die an, bist Du im Teufelskreis der neuwagenkäufer angekommen

  2. Der elektrische Fensterheber, den er dafür erwirbt, ist in der Herstellung DEUTLICH BILLIGER als die Fensterkurbel samt Hebe-Mechanik
  3. Durch einen kleinen Psychotrick gibt der Kunden mehrere hundert Euro zusätzlich aus, für Dinge, die er eigentlich nicht wollte

Woanders nennt man das durchaus Betrug, was es natürlich im rechtlichen Sinne nicht ist. Aber der Teufelkreis wächst. Ebenso wie bei dem Tagfahrlicht. Der Hersteller stellte zu der Zeit drei der vier Bauteile so her, dass sie Tagfahrlicht enthielten, weil sonst der Produktionsaufwand für die Sonderausstattung zu hoch gewesen wäre. Der 4. Teil ist ein Teil für unter einen Cent, der regelt, ob Tagfahrlicht aktiviert werden kann oder nicht. Wir alle bezahlen also Tagfahrlicht, ob wir es kaufen oder nicht. Das gilt auch für viele Digitale Features. Ein Japanischer Hersteller war lange Zeit dreist genug, Navis zu verkaufen, die keine dynamische Verkehrsführung enthielten – eine Technik, die Google mit jedem Android Handy KOSTENLOS ausliefert. Auch dieser Hersteller tat das, ließ sich das Aktivieren einer Selbstverständlichkeit jedoch mit über 400€ bezahlen – dafür bekommt man 2 -3 gute Navigationsgeräte, die man dann noch in andere Autos mitnehmen kann…

Und so lässt sich der Neuwagenkäufer in eine Spirale hinein drehen. Die schlampig schnell konstruierten Fahrzeuge sind viel schwerer als früher, was eine Frechheit ist und brauchen dann eine Menge Elektronik wie ESP, um sie am Boden zu halten und weitere digitale Hilfe, um trotz Mehrgewicht weniger zu verbrauchen. Wir zahlen 1000€ mehr für einen Mildturbomotor mit Direkteinspritzung, um mit dem Sprit zu sparen. Wir geben also mehr Geld aus für noch mehr Gewicht anstatt weniger Geld für weniger Material. Hinzu kommt: Sowohl der Turbo, als auch die Direkteinspritzung und ebenso die Fensterheber sind im Unterhalt teurer, weil sie statistisch anfälliger sind.

What??

Die falsche Entscheidung

Die falsche Entscheidung

Viele Teile, die heute Digital sind, wie etwa die immer noch leicht zu manipulierenden Tachos, die hundsmiserabel teuren Zündschlüssel und Alarmsysteme, die sichere teure Qualitätsschlösser ersetzen, sind nur in unseren Autos, weil sie schlicht billig sind, nicht weil sie irgend etwas besser können oder so. Ein Digitaltacho kostet in Vollkostenrechnung nur 15-22% eines mechanischen. Jetzt klar, warum die Autohersteller Euch Anfang der 90er eingeredet haben, dass die Dinger cool sind?

Selbiges gilt für jede Menge Kunststoff am Auto – diese Mode hat nicht nur designerische Gründe. Rupft man ein Auto heute mal auseinander, stellt man fest, dass eine alte Spezies wieder Einzug gehalten hat: Der Roster. Tatsächlich ist der Rost heute nicht mehr so sichtbar und zugänglich, wie das in den 70er Jahren der Fall war. Wer aber mal die Quote der wichtigsten 20 Deutschen Fahrzeuge über die letzten 10 Jahre verfolgt, die bei TÜV / DEKRA Untersuchungen mit schlimmem Rost bei der ersten und zweiten HU auftauchen – der stellt fest: Ja, der Rost kommt wieder. Nur, dass das einer Dienstwagengesellschaft mit 36 Monaten Haltedauer als Zielgruppe einfach nicht mehr erfährt…

Mercedes ROST

Diverse Mercedes-Fahrer neuerer Mercedes-Generationen können hier interessante Geschichten erzählen. So sehen 100.000€ Autos heute oft nach nur wenigen Jahren aus

Wer sich also für einen Youngtimer entscheidet, der entscheidet sich häufig noch dafür, sich nicht verarschen zu lassen, sondern ein durchkonstruiertes Auto zu kaufen. Selbst „moderne“ Youngtimer wie der BMW #E36, der E39, der #W202 – die sind tatsächlich in vielerlei Belangen besser als alles, was heute vom Band läuft – für das wir aber im Verhältnis weit mehr bezahlen. Das ist nicht mehr einfach so dahin gesagt, sondern lässt sich an solchen Beispielen beweisen.



Und deshalb sind Autorenkollektive wie das hier wichtig – denn die Journalisten, die eigentlich über so etwas schreiben sollten, verdienen zwischen 65 und 80% ihres Geldes mit den Anzeigen der Automobilhersteller – und die werden von unseren elektrischen Fensterhebern bezahlt. Erfreuliche Ausnahme ist hier sicherlich Dacia und in großen Teilen Opel, die viele Dinge sehr reell konstruieren – aber das wird in Tests eben nur selten bewertet oder so gut wie nie.

Lasst euch also nicht einreden, dass Youngtimer keine gute Entscheidung seien – sie sind sogar eine Politische…
Ich persönlich fahre übrigens 3 Autos: einen Audi 200 Quattro Avant von 1990, Vollausstattung, 504.000 Kilometer – pannenfrei bis auf einen Kühlerschlauch und eine Kuppung – und einen 79er Triumph Spitfire. Hat mich 1000fach im Stich gelassen – aber dazwischen fährt er sich sehr ursprünglich und cool. Neuerdings habe ich noch einen MX5 von 1992 für die Tage, an denen der Brite streikt.


43 Gedanken zu „Neuwagenkäufer werden nach Strich und Faden verarscht

  1. Hallo

    Wunderbarer Beitrag zum Neuwagenkäufer werden nach Strich und Faden verarscht.

    Dazu möchte ich folgendes dazu schreiben.
    Ich fahre ja Youngtimer/Oldtimer von Ford (Scorpio, Sierra) und seit 5.5.2015 fahre ich den Dacia Logan MCV II, 1.5 dCi, Celebration, Cosmos Blau met. und meine Freundin seit 4.12.2014 den Dacia Logan MCV II, 0.9 3-Zylinder-Turbobenziner.
    Beide sind mit den Fahrzeug zufrieden.
    Dacia sind nach meiner Meinung ehrliche Fahrzeug und für mich ist die Ausführung sehr gut augestatter (Tempomat, Bordcomputer, nachgerüstete 2-DAB+-Autoradio, ZV, elektrische Fensterheber vorne, etc.
    Was ev. etwas gewöhnungsbedürftig ist die Elektrischen Fensterheber-Schalter unter der Heizungsdrehknopf – Am Armaturenbrett, zum Vergleich der Sierra hat den elektrischen Fensterheber-Schalter in der Mittelkonsole hinter dem Schalthebel.
    Wer meinen Bericht gerne lesen möchte, kann es hier über den Dacia Logan MCV II: https://jpwuethrich.wordpress.com/2015/07/16/dacia-logan-mcv-ii-1-5-dci-celebration-cosmos-blau-met-mit-dab-autoradio-kenwood-dpx406dab/

    Viel Spass.

  2. Die elektrischen Helferlein wie Tagfahrlicht, ABS, ESP, Reifendrucküberwacher usw sind Pflichtausstattung bei Neuwagen. Vom Gesetzgeber vorgeschrieben, man kann diese „Extras“ also nicht abwählen.

    1. Natürlich… Mittlerweile schon – man fragt sich hält, wer für diese Gesetzte, Regelungen und Verordnungen zahlt

    1. Hm… das spielt für mich nicht ganz in derselben Klasse. Wenn cih sehe, dass Autos in den letzten 30 Jahren inflationsbereinigt in Deutschland 57% teurer geworden sind und die Hersteller das mit aditiver Sicherheit durchbringen wollen, dann glaube ich schon, dass wir verarscht werden.

  3. Super Artikel
    Fahre selber zwei Mercedes Youngtimer absolut zuverlässig und wertig kein vergleich mit den neuen Gameboy- Autos

  4. Vielen Dank für diesen wertvollen Beitrag.
    Dass der Digital-Mist so viel billiger ist, hätte ich nicht gedacht. Dass dadurch auch noch ganz viele private Daten produziert werden, die der Autohersteller dann teuer an Google oder Facebook verkaufen kann, wurde hier noch garnicht erwähnt. Daran wird auch noch einmal viel Geld verdient..
    Schade, dass die gesamte Wirtschaft in diese Richtung geht. Es gibt nur noch sehr wenig Firmen, die wirklich versuchen „der Beste“ zu sein. Früher war das ganz anders. Heute ist alles nur noch profitorientiert – am besten noch in Kooperation mit dem Staat, der dann passende Gesetzte erfindet um den Kaufzwang anzuregen. Warum braucht man nochmal eine elektrische Reifendruckkontrolle? Früher hatte man mal in der Fahrschule gelernt, wie der Reifendruck geprüft wird..heutzutage lernt man das nicht mehr dort. Und ist der Führerschein billiger geworden? Nein! Das könnte man jetzt noch unendlich weiterspinnen..

  5. Ich fuhr neulich einen Q7. Imposantes Schlachtschiff, fuhr sich trotzdem aber unerwartet handlich. Vollgestopft mit allen erdenklichen Spielereien.

    Manchmal habe ich den Eindruck, manche Sachen gibt es nur, weil es eben geht.
    Dieses Auto bespielsweise hatte einen Spurhalteassistenten. Tolles Ding, oder? Leider reagiert der sehr allergisch darauf, wenn man nicht genau mittig zwischen den Fahrbahnmarkierungen fährt. Fährt man bei entgegenkommendem, überbreitem Gegenverkehr lieber etwas weiter rechts meckert er. Sucht man in kurvigem Geläuf eine sanfte Linie, um zügig, ohne zu bremsen und damit kraftstoffsparend, wegen der größeren Radien aber kurvenschonend unterwegs zu sein, so grätscht das Ding rein und versucht dem Fahrer das Lenkrad in der Hand zu verdrehen. (Wohlgemerkt: kein „schneiden“ und kein Verlassen der Fahrspur! Aber von der Mitte der Fahrspur je 20cm nach links und rechts abzuweichen ermöglicht ein viel harmonischere, materialschonendere Fahrweise.)
    Am unangenehmsten fand ich allerdings die Armaturenbeleuchtung. Selbst auf das Minimum gedimmt fand ich das noch störend hell und ablenkend. Toll, daß das Display einem alles mögliche anzeigen kann – aber ich muß nicht die Karte des Navis direkt vor meiner Nase leuchten haben. Aufs Navi schaue ich, wenn ich es brauche – deshalb gehört das Navi an den Rand oder leicht außerhalb des Blickfeldes. Jede Helligkeitsquelle im Fahrzeug im Blickfeld ist erstens Ablenkung und fördert zweitens die Ermüdung.
    (Was ist bloß aus Saabs night panel geworden?)

    Dabei ist Audi ja noch habwegs harmlos. Die Konmzernschwestern sind teilweise noch deutlich schlimmer. Schonmal versucht, in einem leidlich aktuellen Golf die Armaturenbrettbeleuchtung zu dimmen? Statt des Drehreglers links im oder links neben dem Kombiinstrument darf man sich über den zentralen touch-screen durch drei Untermenues klicken, bis man die Beleuchtungsintensität auf ein immer noch zu grelles, jetzt aber leidlich erträgliches Niveau verringern kann. Wenn man das richtige Untermenue auf Anhieb findet. Man hat also die Wahl: kilometerlanger Blindflug oder Zwangspause am nächsten Rastplatz und Wutanfall. Der Verkehrssicherheit sehr dienlich.
    Drittens fehlen mir bei vielen neuen Auto smenschenwürdige Sitze. Im Q7 gings, in der S-Klasse geht’s auch. Aber in einem Brot- und Butter VW, Opel, Ford, auch in den kleinen Audis? (Gut, der A3 ist auch nur ein Golf.) Vergeßt es. Gibt es nicht. Das krasseste war ein A1, da tat mir nach 5km schon alles weh. Mit keinem einzigen Mietwagen der letzten fünf Jahre konnte ich 600km bequem und entspannt durchfahren. (Durchfahren heißt hier: ein bis zwei kleine Kaffee- und Toilettenpausen von nur wenigen Minuten Dauer.) Mit keinem einzigen!
    Aber in einem dreißigjährigen Saab oder Volvo oder BMW geht das ohne Probleme. 1200km am Tag in einem 900 oder 9000? Geht. 200km am Stück in einem A3? Folter.

    Fast jedes neue Auto, daß ich in den letzten Jahren in die Finger konnte Dinge, die meine alten Schlonten nicht konnten. Beispielsweise hatten nur die 9000 und der w126 ABS, von irgendwelchen anderen Fahrhilfen reden wir nicht. Aber dafür gab es een Fahrwerke, die genug Rückmeldung gaben, so daß man eben gar nicht unangemessen schnell unterwegs war.
    Keines dieser Autos hatte Parkpiepser oder gar eine Rückfahrkamera (dafür aber Fenster).
    Aber sie schaffen es, mich komfortabel und entspannt, manche auch durchaus mit etwas Spaß, von A nach B zu bringen. Wenn A und B mehr als 100km auseinanderliegen und die Strecke nachts zurückzulegen ist, können die meisten modernen Autos das leider nicht mehr.
    Und das ist das eigentliche Problem. Man könnte heutzutage so gute Autos bauen; praktisch passiert das kaum noch. BMW schafft es in Ansätzen, aktuelle Mercedes sind zumindest noch intuitiv bedienbar, aber auch nachts zu grell.
    Man könnte fast den Eindruck gewinnen, es ginge darum, das Auto mit Funktionen zu überladen – und nicht mehr um das Fahren. Wozu brauche ich denn überhaupt ein Auto, wenn nicht zum nächtlichen Kilometerfressen? (Nein, in der Stadt braucht man KEIN Auto. Autos haben in der Stadt nichts verloren.) Wenn ein neues Auto also nicht mehr zum Fahren taugt, warum soll ich es dann noch kaufen?

    1. Oh Mann… einer der besten Kommentare, die wir hier seit langem gesehen haben – vielen Dank dafür; da steckt so viel Wahres drin… Gerade Mietwagen verdeutlichen einem das ja immer wieder sehr stark, weil sie einen in die Situation der Erstnutzung versetzen und einem mal zeigen, wie kompliziert man Autos eigentlich bauen kann – und da sind wirklich unbedienbare dabei, jede Menge und vor allem auch keine Exoten, sondern vollkommen alltägliche Autos

  6. Meine Erfahrungen decken sich mit Gerhards Ausführungen. Bei meinem aktuellen Alltagsfahrzeug (Seat Leon ST) musste nach einem nicht besonders heftigen Steinschlag die Motorhaube getauscht werden. Mit Smartrepair wäre es nicht reparabel gewesen.
    Das Vorgängerfahrzeug (Skoda Octavia Kombi) erhielt nach einem Wildunfall neben einem neuen Stoßfänger ebenfalls eine neue Motorhaube, weil auch hier das dünne Blech nicht standhielt.
    Ich habe den Eindruck, als erlange das Blech mittlerweile einzig durch die Form die nötige Stabilität.

    Die technischen Spielereien tue ich im großen und ganzen als nette Gimmicks ab. Praktisch sind die Wenigsten (Musik von SD Karte, Navigation) und recht nervig viele (Einparkasssistent, Spurhalteassistent). Was dem Technikwahn aber die Krone aufsetzt ist die Start-Stop-Automatik und der Regensensor. Ersterer wurde schon hinlänglich und berechtigt bemängelt.
    Zugunsten des Regensensors wurde das Intervallwischen des Scheibenwischers gestrichen. An der Ampel eine wahre Freude, stellt sich der Scheibenwischer im Stand doch stur und regt sich erst ab ca. 20KM/h.

  7. Und genau dieser Artikel beschreibt einige der Gründe warum ich Neuwagen bzw. aktuellen Autos relativ skeptisch gegenüber stehe.

    Meine eigenen Autos sind zwar auch noch nicht sooooo alt und kratzen erst am Youngtimertürchen (E36 Touring und Audi A8 der ersten Generation), dennoch…

    Mein Vater kaufte sich vor kurzem einen gebrauchten BMW 325xi E91. Der Wagen macht nur Probleme, vorallem elektronischer Natur. Ähnlich geht es einem Kumpel, ebenfalls mit einem E91 – allerdings ein 330D. Der hat mitlerweile ernsthaft die 7. Lichtmaschine drin. Ein anderer Bekannter hatte sich einen aktuellen C180 geleast. Nach nichtmal 8 Monaten war das Fahrwerk am knarzen wie bei einem alten Lieferwagen aus dem Libanon und die Beschichtung an einigen Innenraumteilen ging schon ab.

    Da bleibe ich doch lieber bei meinen 15, 20 Jahre oder älteren Kisten.

    Wobei nicht alle aktuellen Autos schlecht sind. Mein A8 hatte vor kurzem eine defekte Benzinpumpe. Bis der Ersatz da war, nahm ich mir einen Mietwagen (mein BMW läuft auf Saison, war aso kein möglicher Ersatz). Der Mietwagen war ein aktueller Suzuki Swift. Ich war absolut erstaunt wie gut ich in der kleinen Nähmaschine sitzen konnte… und abgesehen von einer Klimaanlage und elektrischen Fenstern hatte der Kahn nichts. Machte einen absolut soliden Eindruck, hätte ich nie gedacht. Jedoch keine Ahnung, wie sich soetwas auf lange Sicht verhält…

    Jedenfalls… bei vielen der neuen Ausstattungsmerkmale frage ich mich echt „Braucht das überhaupt irgendjemand?“ und komme meistens zu dem Schluss… nein, nicht wirklich. Ich stehe dem ganzen eher skeptisch gegenüber und befürchte dass die ganzen neuen technischen Helferlein zu noch unaufmerksameren Fahreren führen als wir eh schon haben…

    1. Der Suzuki Swift ist einer der solidesten Kleinwagen aktuell, auch auf lange Sicht. Er ist ja schon ein bisschen länger auf dem Markt und international vertreten. Die Zuverlässigkeit erklärt auch die vergleichsweise hohen Gebrauchtwagenpreise, selbst mit hohen Laufleisten. Siehe Mobile etc.

  8. Endlich einmal Einer, der mir wie aus der Seele schreibt und denkt.
    Was ich schon lange vermutet habe , finde ich hier bestätigt.
    Wie kann das „Volk“ sowas nur zulassen ?
    Ich bin selber von den Alten Mercedes (5-Zylinder) Turbodiesel angetan, die ihre Millionen Meilen runter fahren und weiter….

  9. Vielen Dank für soviel Ehrlichkeit! Ich bin auch sehr froh über meinen kleinen Oldtimer Mercedes 190 SL. Ich verzichte auch sehr gerne auf einen Neuwagen zum Beispiel von Mercedes. Dafür liebe ich meinen Oldtimer viel zu sehr!

  10. Sehr sehr schöner Bericht. Endlich mal jemand der den Mund aufmacht. Damals wurden noch ehrliche Autos gebaut und die sind noch heute ihr Geld wert. Ich bin auch der Meinung das in den Autos heutzutage auch so eine art deadline eingebaut sind wie es in allerhand technischen Geräten auch schon der Fall ist. Ich gehe gern auf schrottplätze in der Hoffnung dort für meinen 26 jahre alten Audi 100 typ 44 c3 Teile zu ergattern die ich mir dann auf Lager legen kann falls mal etwas kaputt geht. Immerhin hat der gute schon fast 300.000 km auf dem Tacho .Allerdings geht die Chance eher gegen 0 dort noch fündig zu werden. Bei meinen Streifzügen dort fällt mir jedoch auf das dort allerhand deutlich jüngere Fahrzeuge stehen aus allen Fahrzeugklassen.

  11. Hallo Leute……..aus der Seele gesprochen. Wir haben auf dem Hof 2x E34, 2x E36 und einen E39, dazu noch einen 88er Dodge RAM. Alle werden schön gehegt und gepflegt. Kein neues Aggregat kommt hier rein. Nur noch Katastrophen die vom Band gehen. Bei dem E39 geht es schon langsam los. Zu viel Elektronik. Kein älteres Auto hat mich so oft im Stich gelassen. Von einer Freundin kam ein 20 Jahre alter A4 auf den Hof. Ein Blick in die Unterlagen zeigte, das der Zahnriemen schon seit 70.000 km fällig war. Sie wusste das nicht und die Werkstatt hat nix gesagt. Wäre er zerflogen, wäre die simple Antwort des Autohauses gewesen……Reparatur lohnt sich nicht, kaufen sie sich ein neues. Sie liebt ihren alten Esel und somit wurde eben alles wieder neu gemacht und das hält jetzt wieder mindestens 10 Jahre. Kann man ja mal bei einem neueren Baujahr versuchen. Aussichtslos!!! Bei dem einen E34 sollte der Motor in der Werkstatt getauscht werden……Antwort BMW Autohaus: Machen wir nicht. Bei den Modellen macht man sich ja noch die Hände dreckig. Nicht einmal unsere Waschanlage bereitet mehr den Lack bei einem NEUEN auf. Der Lack ist so dünn, dass er sofort runter ist und der Schaden hinterher größer als vorher. Willkommen in der schönen, glänzenden, neuen Welt.

  12. …..und übrigens. Den Kommentar zu den 1500 km am Tag kann ich nur bestätigen :-))….kann ich mit keinem bezahlbaren Neuwagen empfehlen

    1. Einen bezahlbaren Neuwagen gibt es noch, mit dem 1000 km am Tag möglich sind (und sogar Spaß machen). Für heutige Verhältnisse angenehm wenig Firlefanz und keine eingreifenden Assistenten: Citroën C5.

      1. Im Ernst? So hätten wir den gar nicht abgespeichert – das neue reduzierte Einstiegsmodell (C_Elysée) macht einen ganz guten Eindruck – zumindest der Papierform nach, fahren und unters Blech schauen müssen wir da noch.

  13. Hier in America haben Autos fast immer Vollausstattung, weil sie sonst kaum zu verkaufen sind. Aber die sind dann trotzdem billiger als das gleiche Model in Deutschland.
    Allerdings, als ich meinen 2003 Ford F150 4×4 (240000 Meilen, wie neu, fur 2500 Dollar gekauft) beim Handler mal als Neuwagen berechnen lies, staunte ich nicht schlecht. $70.000 fur einen Pickup. Nee lass ma!

  14. Auch Opel hatte z.B. Probleme mit dem Warnblinkschalter. Da ist das Metallplättchen verbogen. Die alten konnte man aufklappen, gerade biegen und ok.
    Die Verbesserten, waren verschweißt, damit man sie nicht öffnen konnte, und einem neuen brauchte. Opel hat aber tatsächlich etwas verbessert, aber unsere Firmen machen alles zunichte. Sollbruchstellen, obwohl die Kiste eh genug Probleme hat. Nach paar Jahren alter des Fahrzeugs, kommen teuere Reparaturen, wie Motor oder Getriebe, Abgasfilter… usw. Ja, wer glaubt denn, wer immer einen Gebrauchten kauft, das sich derjenigenige einen Neuen jemals leisten will oder kann???
    Und wer spart auf einen Neuen… Und dann nach Ablauf der Garantie, teuere Rechnungen in Höhe des Restwertes hat – wird dieser sich nicht doch für eine andere Marke entscheiden?

  15. Bei den erwähnten BMW E34 & E39 kommen mir eigene Erfahrungen hoch. Nachdem ich schon mehrere E34 ohne Probleme gefahren hatte bin ich vor etlichen Jahren auf den Nachfolger E39 gewechselt. Großer Fehler. Die Liste ist lang, z.B. konnte ein defekter ABS Sensor gleich das ganze Steuergerät schrotten (1000€). Noch besser: Ein einziges kleines Blatt von einem Baum gelangte an die falsche Stelle (Wasser-Ablaufloch vom gekapselten Bremsverstärkergehäuse). Ergebnis: Bremsverstärker zieht Wasser, geht kaputt, es kam auch Wasser über die Unterdruckleitung in den Verbrennungsraum…). Außerdem wurden Krümmer und Kat ab E39 zusammengelegt zu einem Teil, also 2x da Sechszylinder. Krümmer wurden undicht, man kann nur alles zusammen für mehrere Tausend Euro tauschen… Ich war froh als ich das Modell wieder los war…

    1. Der E39 ist in vieler Hinsicht grundsolide und sicher besser gewesen als der W210 – aber von den Problemen, die sich so unnötig aufschaukeln, gibt es da, wie auch beim E38 und vor allem E46 schon ein paar wirklich schlimme Blödheiten, das hören wir immer häufiger

  16. Volvo 142 Bj 1970. Unzerstörbar. Hatte einen Job im Tessin. Es war immer eine Freude jedes Wochenende mit dem Wagen zwischen Düsseldorf und Belinzona zu pendeln. Und immer über den Gotthard.

    Jetzt zusätzlich einen BMW e32 735. Allerdings hat dieser herrliche Wagen zwei Konstruktionsprobleme. Den Tank, der an zwei Stahlbändern hängt und die Ölpumpe.

  17. Auch wenn der Fred schon etwas älter ist, kann ich mir einen kleinen Kommentar nicht verkneifen. Es ist in einem Youngtimer-Fanblog zwar nicht wirklich verwunderlich, ich denke, hier wird aber einiges durch die rosarote früher-war-alles-besser-Brille gesehen.
    Lustig finde ich das Foto mit den Schlüsseln. Dabei fiel mir wieder ein, wie ich mit meinem privaten Schlüssel von einem Golf (1) problemlos den dienstlichen T3 auf- und zuschließen konnte – soviel zu „Qualitätsschlössern“ früher. Rostmäßig waren die Autos von früher teileweise eine Zumutung – Golf1, Fiat, auch Audi – nach 8 Jahren restlos von innen zerbröselt. Und da beschwert man sich über ein bisschen Rost an den Türkanten. Mein Peugeot Diesel, der alle 7500km frisches Öl haben wollte – was damals übrigens völlig normaler Stand der Technik war. Nein, früher war auch nicht alles toll.
    Thema Ausstattung: Kein Mensch ist gezwungen, diverse Extrakreuze zu machen. Wenn wir auf die Psycho-Tricks der Verkäufer hereinfallen, sind wir selbst dran schuld.
    Wenn wir aber noch in den späten 80ern selbst bei Premiumherstellern für einen rechten Außenspiegel Aufpreis zahlen mussten und eine Klimaanlage für die meisten Autos nicht für Geld und gute Worte zu bekommen war, während beides heute bei fast allen serienmäßig ist, heisst das für mich: Nein, früher war nicht alles besser.
    Stichwort Sicherheit: Woher kommt es bloß, dass trotz deutlich gestiegener Unfallzahlen die Zahl der Verkehrstoten wieder auf dem Niveau von 1955 ist? Da nehme ich es halt zähneknirschend hin, dass außer der Reihe ein Elektrobauteil kaputt geht, dass es vor 30 Jahren nicht gab.
    Die inflationsbereinigten 57% Aufpreis in 30 Jahren: Erstens fände ich es spannend, woher diese Zahl stammt. Zweitens bezweifele ich, dass diese Zahl berücksichtigt, dass ein Polo BJ 2010 größer als ein Golf 2, vergleichbar stark und dabei deutlich sicherer und komfortabler (!) ist.
    Stichwort Fahrwerk: Vergleiche ich Fiat 127, Fiat Uno, Polo 6N und Polo 6R habe ich bei jedem Wechsel festgestellt, dass Fahrverhalten und Komfort sich deutlich verbessert haben.
    Stichwort Sitze: Nie hatte ich so schnell so schlimme Rückenschmerzen wie in meinem Renault BJ 1983, die besten Sitze sind die aus meinem aktuellen Ford BJ 2010, dicht gefolgt vom seligen E39.
    Nein, liebe Leute, seid ehrlich zu euch selbst: Youngtimer sind objektiv gesehen nicht bessere Autos. Sie sehen nur besser aus, klingen schöner – und gehen anders kaputt.
    Sie haben aber zwei objektiv entscheidende Vorteile: Sie haben weniger Teile die kaputt gehen können und die kann man häufiger selbst reparieren 😉

    1. Gute Zusammenfassung. Das mit den Schlüsseln ging übrigens auch bei Mercedes. Der 250 hatte serienmäßig auch keinen rechten Spiegel.

    2. Du sagst es genau wegen dem kaputt gehen.

      Das sieht man an meinem Ford Scorpio 2.4 i CL, 5-Gang. 214’000 km,
      Da ist die billigste Ausführung:

      Manuelle Fensterheber vorne und hinten, manuelles Schiebedach, nur die nötigsten Kontrolllampen. Benzinkontrolllampe hat er nicht, nur eine Benzintankanzeige.

      https://jpwuethrich.wordpress.com/2015/04/07/die-400-00-chf-limousine-ford-scorpio-mk-1-2-4-i-cl-jg-1989-noch-ab-mfk-tuv/

      Gruss aus der Schweiz.

  18. Schöne Meinungscloud, bei der jeder am liebsten das liest, was er eh selber denkt. Machen wir mal einen Vergleich:

    Peugeot 305, 1986, Preis 12.500 Euro (so viel wie ein Golf), 100 PS, 172 km/h 1.000 kg, Verbrauch ca. 7-8 l

    Peugeot 308, 2016, Preis 17.500 Euro, 82 PS, 172 km/h, 1.250 kg, Verbrauch ca. 6-7 l.

    Preis: +40%. Preisindex: +32% (statistisches Bundesamt, lange Reihen)
    Gewicht: +25%, Ausstattung, Sicherheit: +x%?

    Wollen wir auch einen Vergleich mit 1956 anstrengen, oder ausstattungs- und sicherheitsbereinigt Gewicht und Preis herausrechnen? Das wird albern. Über Abgas reden wir nicht.

    Meine Frau ist kürzlich im 207 aus ungeklärter Ursache auf der Autobahn ins Schleudern geraten und mehrmals gegen die Leitplanke geknallt, bis auf eine Daumenprellung unverletzt ausgestiegen. Der seitliche Airbagvorhang war ausgelöst. Danke, Peugeot. Der Vorgänger war ein 205 XRD, bei 400.000 km ging das Zündschloss kaputt und die Abwrackprämie winkte mit ganzen Zäunen.

    Nun fahre ich ihren neuen Peugeot 2008, der Touchscreen ist in Verbindung mit den Lenkradtasten leichter zu bedienen als manche 2-stufigen alten Kippschalter im Golf, bin kein Verkehrshindernis, (funzelige Scheinwerfer, beschlagene Scheiben, mangelnde Ortskenntnis?), an der roten Ampel erzeugt der Motor kein Abgas mehr. Ich selbst fahre einen Citroen C4 von 2005, hauptsächlich wegen des Designs und der Agilität (meine Meinung). Die nie benutzte Tempomat-Taste geht nicht mehr. Zum ersten Mal ein Auto, dass nach über 10 Jahren noch keinen Rost zeigt, vielleicht auch an einigen Teilen wegen des Materials: Motorhaube aus Aluminium, Kotflügel vorne Kunststoff (=keine Beulen).

    Versteht mich nicht falsch, ich habe meinen 17 Jahre alten 190er auch geliebt, mein Peugeot 205 XS. 1992 neu gekauft, war ein Riesenspaß und tolles Auto, aber hier ist Stimmungsmache unangebracht.

    Die einzigen kaputten Fensterheber hatte ich übrigens am Golf 2. Mechanische. Beide Seilzüge der Vordertüren waren innerhalb eines Jahres gerissen, dem 6. nach Erstzulassung. Je Tür 1 Stunde Fummelarbeit, immer im Auslands-Urlaub, dafür Ersatzteile im Fahrrad-Handel.

    1. Als Ergänzung zum Ölwechsel: Zahriemenwechsel beim Citroen HDI: bei 240.000 km oder nach 10 Jahren. Kein Fortschritt? Die (früher) lebenslange Steuerkette von MB ist eine andere Geschichte.

    2. Zum „Inflationseinwand“: Alleine von 1991 bis 2015 steig der Verbraucherpreisindex von 70,5 auf 107,4 – das ist eine Steigerung um 50 %, nicht um 37 …

      Und ein Peugeot 308 hat mehr Platz als ein 305, als Kombi steckt er sogar einen 405 in die Tasche. Ein Passat aus 1976 ist so groß wie heute ein Golf, während der Passat heute so groß ist wie früher eine E-Klasse. das Spiel läßt sich beliebig fortsetzen.

      An der technisch um Klassen besseren Leistungsfähigkeit moderner Autos sollte kein Zweifel bestehen. Man vergleiche nur Fahrleistungen und Verbrauch.

      Klar – there is no such thing as a free lunch! Schwerer, komplizierter und immer schwerer selber zu warten. Wozu aber auch?

      Da wird viel romantisiert, was eigentlich lästig war und auch nicht eben billig. Wollen wir wirklich so wenig leistungsfähiges Motoröl wieder haben, damit alle 5-7,5 tkm ein Wechsel „selber“ gemacht wird? Zündkerzen, die alle 10-15 tkm neu mußten statt alle 100tkm? Ich weiß ja nicht …

      Ein Körnchen einer ganz anderen Wahrheit steckt aber in den Argumentationen schon: Je selbstverständlicher etwas ist, desto selbstverständlicher wird’s genommen. Heute „hat das zu funktionieren, nix zu kosten und ewig zu halten“, früher war dafür erheblicher Aufwand nötig und die Ergebnisse wurden wertgeschätzt.

      Erinnert mich an die Erkenntnis, daß Radfahrer mit Helm relativ öfter in Unfälle verwickelt sind als solche ohne – sie „sind doch geschützt“ und deswegen muß man keine Rücksicht mehr nehmen.

      1. Gute Ergänzung. Prozentrechnung – klar daneben, danke für die Richtigstellung. Das letzte ließe sich auch weiter spielen: „mein Auto verbraucht so wenig, da kann ich mehr fahrne und mehr Gas geben“. Stimmt leider nicht so ganz. Bei spritmonitor.de, die auch vom ICCT als Quelle genutzt werden, zeigt sich, dass ein Leistungsabruf nicht aus der Luft gegriffen wird, sondern aus dem Tank. So verbraucht ein 1,2 l-Puretec mit 130 PS zwischen 5,5 und über 10 l. Hier hat der Fahrer das ganze Technikpaket zur Verfügung, um zu sparen – wenn er will..

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