Einen Kredit aufnehmen für eine olle Karre? Bist Du irre?

Eigentlich – jetzt wo der Leitzins nach den letzten Handlungen der EZB den Namen „Zins“ eigentlich nicht mehr verdient, da müssen sich doch Summen finanzieren lassen, von denen Du früher nur Träumen konntest – oder gar Dinge in der Finanzierung fast günstiger sein, als im direkten Kauf – solche, die man früher vielleicht gar nicht finanzieren konnte. Smava beispielsweise wirbt mittlerweile mit der Finanzierung des Führerscheins – zu enorm günstigen Konditionen übrigens – das gab es aus unserer Erinnerung heraus nicht, als wir in dem Alter waren.

Da hätte der Kerl von der Volksbank, der diesen spießigen Fiat Regata fuhr, meinen Vater maximal kollegial aber mitleidig angelächelt…

Jetzt mal im Ernst: wer würde da keinen Kreit aufnehmen?

Jetzt mal im Ernst: wer würde da keinen Kredit aufnehmen?

Wer aber momentan mal Kredite vergleicht, der kann schon ins Grübeln kommen. Schließlich gehen die Preise für Oldtimer seit Jahren immer nur in eine Richtung: Nach oben. Da kann es einem nur noch mehr in den Fingern jucken, als ohnehin schon, denn plötzlich kann ein Mercedes #W116 oder W108, von dem klar ist, dass die Preise nur steigen können, nicht nur ein sehr cooles Objekt sein, sondern tatsächlich ein sinnvolle Wertanlage sein. Wer jetzt 10.000€ für die Anschaffung leiht, wird mit dem Wagen eine finanzielle Performance erreichen, die höher ist, als die dafür aufgerufenen Zinsen am freien, web-transparenten Markt.

Über die vergangenen Jahre waren bei solchen Fahrzeugen teilweise auch mal 20% drin – bei krassen Exoten natürlich mehr, aber darauf kann man nie so ganz verlässlich setzen.

Die Rechnung kann da natürlich plötzlich sein: Wenn ich so einen Wagen vernünftig bewege, kann ich ihn sogar im Alltag fahren und fahre damit auch bei Rekordverbräuchen nicht mal schlechter als mit dem blöden langweiligen Golf 6…

Hier könnte der Leverage-Effekt greifen...

Hier könnte der Leverage-Effekt greifen…

Oldtimer also jetzt mal wirklich wirtschaftlich vernünftig, wie manche Magazine uns seit Jahren einreden wollen…? Nein – machen wir uns nichts vor – ganz so einfach ist es nicht. Was zurzeit aber durchaus Sinn geben kann, ist das Nutzen des sogenannten Leverage-Effektes (Ja – hier können die BWLer jetzt mal kurz wissen lächeln – hat sich das Studium doch gelohnt…) – hier geht die Rechnung vereinfacht gesagt so, dass Du mit deinem normalen Geld vielleicht einen W123 mit relativ guter Werterwartung kaufen könntest – mit einem Kredit aber einen 280CE in Milanbraun in Top-Zustand. Dessen Wertzuwachs auf die Gesamtsumme übersteigt die Kosten des zusätzlichen Geldes um ein mehrfaches. (So – BWL-Mode off)

Soviel dazu, was ihr demnächst antwortet, wenn einer sagt „Waaas?? Einen Kredit aufgenommen für eine olle Karre? Bist Du wahnsinnig?“ „Nein – aber sag mal: Kennst Du eigentlich den Leverage-Effekt….?“