Ha ha…

Abgefahren: Im Vergleich zu 2015 ist die Anzahl der Autos mit H-Kennzeichen 2016 noch einmal um satte 10,7 Prozent gestiegen – knapp 345.000 Autos tragen das Kennzeichen jetzt durch die Lande – Tatsächlich jedoch ist die Zahl der Autos im H-fähigen Alter, die noch im Betrieb sind, noch viel stärker angestiegen im gleichen Zeitraum.

Dem-Führer-sein-Wagen führt auch heute noch die H-Statistik an - mathematisch nur wenig überraschend

Dem-Führer-sein-Wagen führt auch heute noch die H-Statistik an – mathematisch nur wenig überraschend

Die Attraktivität des H-Kennzeichens nimmt also proportional sogar ab. Warum eigentlich?

Witziger Weise bringt es einigen potentiellen Nutzern einfach keine ausreichenden finanziellen Vorteile mehr. Diverse Fahrzeuge, die jetzt 30 werden, haben bereits eine Abgasentgiftung, die das Steuerprivileg obsolet macht, dass einst attraktiv war.

In Filmen wie Blue Caprice auch in den USA nach 1990 immer wieder ein wichtiger Darsteller: Chevy Caprice - über lange Phase praktisch der Golf der Amerikaner - entwdere du kauftest den oder den Camry

Oh doch – hier lohnt das H-Kennzeichen

Wer eine fette Schleuder wie etwa einen Chevy Caprice durch die Lande bewegen will, für den gilt die Rechnung nicht – große Hubräume wie die dicken 5 oder 5,7er V8 multiplizieren sich natürlich immer noch zu Unsummen auf – ähnliches gilt für Diesel. Wir stellen in Gesprächen darüber hinaus immer öfter fest, dass die Leute zum H-Kennzeichen mit den Schultern zucken – zu großer Aufwand, zu wenig Gewinn…

Nicht alle haben es geschafft....

Nicht alle haben es geschafft….

So sind es dann auch die germanischen Ur-Klassiker, die wirklich mit dem H-Kennzeichen fahren: VW Käfer mit 32.750 Fahrzeugen, der Mercedes W123 mit gerade noch der Hälfte (17.534 Stück) und dahinter der Mercedes R107 (11.325 Stück).

Witzig aber: die ehemaligen Volumen-Brot-und-Butter Autos haben die größten Zuwächse: VW Golf und Opel Kadett. Und hier zeigt sich noch etwas Witziges: Beide sind zumindest bei den H-Kennzeichen dicht auf mit 4.519 Exemplaren beim Golf und 4.280 Opel Kadett – fast so wie damals, als sie noch Neuwagen waren und den Kampf der Kompaktklasse austrugen und der Kampf noch spannend war. Und ja – den hat der Opel Kadett damals immer mal wieder gewonnen. Neben dem Mercedes W123 in seinen letzten beiden Monaten war der Kadett der einzige, der seit dem Erscheinen des Golfs das Treppchen erobern konnte. Heute kommen 6 neue Golf auf einen Astra. Das ist beinahe wie mit den Bayern, oder? Unsere Welt ist langweiliger geworden…



3 Gedanken zu „Ha ha…

  1. Mein W126 260SE, EZ 11/85, Kilometerstand 93.813, in meinem Besitz seit 02/98, behält sein DIN-Kennzeichen – ich träume davon, eines Tages der letzte Autobesitzer in meinem Heimatort zu sein, der noch ein Auto mit DIN-Kennzeichen besitzt (lange Zeit dachte ich, die Drehleiter der örtlichen Feuerwehr ist mein härtester Konkurrent in dieser Frage, bis die vor ein paar Jahren ganz schmerzfrei ausgetauscht wurde).

    Ich fahre den Wagen grundsätzlich nur Sonntags morgens ganz früh, nur bei trockenem Wetter und nur im Sommer. Was ich die Jahre an Steuern und Versicherung hätte sparen können, würde manche weniger belastbare Seele in den Suizid treiben.

    Aber das Saison- und das H-Kennzeichen gibt es nun mal nicht im DIN-Format, scheidet deshalb als Option aus. Und selbst wenn – Saison- und H-Kennzeichen gab es in den 80er Jahren noch nicht, ist also nicht „original“.

    Ein bisschen enttäuscht, ja fast schon beleidigt war ich aber doch, als ich im Februar zur Hauptuntersuchung beim TÜV war und der Ingenieur noch nicht mal versucht hat, mir ein H-Kennzeichen zu verkaufen – kein bisschen Geschäftsmann, der Gute 🙂

    1. Und noch was zur Steuer: Der 260SE kam katlos zur Welt, es wurde 1990 ein G-Kat nachgerüstet, seitdem ist er „Euro1“, Jahressteuer 393 Euro. Der Einbau eines Kaltlaufreglers wäre möglich, würde Steuerklasse Euro2 bringen, ungefähr eine Halbierung der Steuer.

      Aber: Ich habe einfach zuviel Angst, dass der Original-Fahrzeugbrief von 1985 im Rahmen der Eintragung durch einen stillosen „EU-Fahrzeugbrief“ ersetzt wird und mein „original“ Fahrzeugschein von 1998 durch eine „Zulassungsbescheinigung Teil irgendwas“. Euro1 bleibt. (Unnötig zu erwähnen, dass meine hiesige KFZ-Zulassungsstelle als legendär unkooperativ bekannt ist.)

      Ja, das waren die Momente, wo ich, prinzipiell eigentlich überzeugter Europa-Befürworter, zeitweise zu einem glühenden Europa-Hasser geworden bin:

      2002, als die zwangsweise Gewährleistung für Gebrauchtwagen eingeführt wurde, und 2005, als die neuen „EU“-Fahrzeugpapiere auf den Markt kamen.

      Vom hässlichen EU-Kennzeichen 1995 ganz zu schweigen. Wie viele Deutsche wohl für einen EU-Austritt stimmen würden, wenn sie das DIN-Kennzeichen zurückbekommen könnten 🙂

Die Kommentare sind geschloßen.