Lack und Leder und 10W40

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Bevor Styleguides erfunden waren, gab es schon ziemlich stilsichere Benz-Kunden, die in einem 350SEL mal 78653,41.- DM versenkten. Das Ergebnis konnte sich schon irgendwie sehen lassen 😉

Nein – es muss nicht unbedingt Leder sein… Muss nicht – aber wie Marius es damals so treffend sagte „Geiler wärs schon“.

Wir haben dieser Tage viel Post bekommen (Auch so ein nett altbackener Begriff) wegen der Hipster, denen Lack und Leder-Tuning eventuell mehr bedeutet als dicke Schluffen, Originalität und Authentizität ihres Wagens – aber ganz klar: Leder macht schon einfach was her, da wären wir die letzten, die sich dagegen stellen würden. Im Gegenteil – Seiten wie Softart steuern wir schon auch gerne an 😉 Schon allein, weil Begriffe wie „spezielle Lederprojekte“ einen lustigen Beigeschmack haben – aber eben auch, weil natürlich eine saubere Belederung in einer ausgefallenen Farbe tatsächlich viele Autos dekorativer macht und wertiger.

Büffelleder und Nußbaulm Echtholz (Wurzel) machten den Wagen im Prospekt schon so lecker, dass man sich sofort reinsetzen wollte. Und in der Realität war das nicht anders. Die Wertigkeit ist in dieser Klasse ungeschlagen

Büffelleder und Nußbaulm Echtholz (Wurzel) machten den Wagen im Prospekt schon so lecker, dass man sich sofort reinsetzen wollte. Und in der Realität war das nicht anders. Die Wertigkeit ist in dieser Klasse ungeschlagen

Als wir unseren Volvo 262 damals haben neu satteln lassen, konnte man den Wagen am Tag der Abholung schlicht doppelt so teuer verkaufen wie am Tag der Abgabe beim Sattler. Gerade bei Autos dieser Klasse ist Leder schon lässig – vom W116 mögen wir hier gar nicht sprechen oder vom E32. Den sind wir in grauer Vorzeit mal in der enorm seltenen Executive Ausstattung mit Büffelleder gefahren und müssen sagen: Das spüren wir mental noch heute unter den Fingern…

Abwegig fanden wir das immer in der Art Auto, bei der man sich fragt „Wie kommt denn das hierher?“

Ein 1er Golf mit Leder? Hä? Ein Derby der ersten Serie mit diesem komischen Kunstleder, auf dem man als Kind ohne Gurte immer so furchtbar hin- und hergerutscht ist oder ein Kadett C mit diesem eigenartig gänsehaut-artigen Leder…?

Da müssen wir zurückdenken an die Ausstattungsliste des ersten Hyundai Sonata, die vermutlich ein Koreaner mit lateralen Deutschkenntnissen übersetzt hat, bei denen die Sitzbahnen angeblich aus „Kunstlederimitat“ gerfertigt waren… Was ist das? Die Fälschung der Fälschung? Klonschaf-Dolly-Ihr-uneheliches-Kind…?

Du musst in der weltgewandten Metropolregion Wolfsburg groß geworden sein, um dir so etwas auszudenken. Leder, das selbst für Kunstleder künstlich aussieht... Da loben wir uns ein gescheites MB Text oder sogar ein welliges Velour

Du musst in der weltgewandten Metropolregion Wolfsburg groß geworden sein, um dir so etwas auszudenken. Leder, das selbst für Kunstleder künstlich aussieht… Da loben wir uns ein gescheites MB Text oder sogar ein ehrliches welliges Velours

Da gibt es von uns eher ein Nein aus der Stilberatung. Zum Glück ist das einer dieser Irrwege, die die Firmen nicht lange gegangen sind.




1 Gedanke zu „Lack und Leder und 10W40

  1. Moin,
    ich hatte in meinem ersten Fahrzeug ( 1980 ) – VW Käfer, gebraucht für wenig Geld erworden – auch Kunstleder drin. Da hielt es in Kurven keinen auf den Sitzen 🙂

Die Kommentare sind geschloßen.