Glaubst Du es? Youngtimer haben die bessere Öko-Bilanz

GAST POST von SÖREN MATTSSON,
International Automotive Consultant


Dieser Tage war ich mit einem Automobil-Vorstand essen, den ich schon seit Jahren kenne – einer, der durchaus eine soziale und auch ökologische Verantwortung spürt – nicht immer so in der Welt der Automotive Elite, die CO2 Reduktion normalerweise zuerst mal Gramm-genau in Flotten-Investitionsmillionen umrechnen können – und das auch tun…

Problemstellung des Abends: Die Haltungsdauer der Autos hat sich bei dieser Marke schon wieder verlängert – oder anders gesprochen: Die Leute kaufen weniger Neuwagen.

Wie führen die fällige Diskussion über den Pricing-Level des Herstellers, natürlich – auch über das verschwinden der Mittelklasse in Deutschland und Österreich und ich frage ihn schließlich, was das wichtigste Verkaufsargument seiner Leute draussen in den Show-Rooms zurzeit ist. Und er kann spontan antworten: Geringerer Verbrauch und total Cost of Ownership, also die Gesamtkosten, die dem Halter über die Jahre entstehen.

Nach einer längeren Kette von Argumenten skizziere ich das ökologische Argument der Autobauer als Farce – und die Diskussion darum ist wirklich eine interessante, weist sie doch den „Total Carbon Footprint“ als vollkommen falsch aus – und das hat absolut nichts mit einer typischen Youngtimer-Fahrer Sichtweise zu tun.

Warum?

Euromaster reifen jetta

Hier ist alles kleiner – und eben auch leichter

Mein Vater hat über unseren Jetta 1, Baujahr 1981, über die gesamte Haltungsdauer von 14 Jahren und 190.000 Kilometer Buch geführt und kam zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass der Wagen über die gesamte Laufzeit gerechnet, lächerliche 7,6 Liter Normalbenzin konsumiert hat (1,5 Liter, 70PS, Handschaltung <900KG Leergewicht). Sieben Komma Sechs! Vor 35 Jahren! Und wir sind damit nicht nur mit kontrollierten 75 KM/H über Landstrassen getrödelt….

2016 verkauft Volkswagen den Jetta wieder unter diesem Namen (einer der aktuelle schlimmsten Flops in Deutschland mit kaum 1000 Zulassungen im Jahr) – die kleinste Motorisierung liegt bei 105PS – die rechne ich jetzt aber mal nicht, sondern die mit 1,4 Litern und 125 PS, weil damals die 70 PS Motorisierung auch nicht der schwächste Motor war. Der NEFZ dieses Fahrzeugs liegt je nach Ausstattung bei 5,3 – 5,4 Litern – und hier wissen wir alle, dass der in der Realität nicht erreichbar ist.

Der Wagen könnte also theoretisch 2,3 Liter weniger Sprit verbrauchen, als der Jetta `81 im Langzeittest.

Jetzt werfen wir mal einen klassischen Dreisatz an:

  • 1 Liter Benzin erzeugt bei der Verbrennung 2340g Co2 – 2,3 Liter ergeben somit 5382 Gramm Co2. Rechengröße: Der neue Wagen spart gegenüber dem Oldtimer 5382 Gramm Co2 auf 100 Kilometer ein.
  • Die Produktion dieses Wagens verschlingt rund 27.000 bis 32.000 Kwh an Produktionsenergie (ja, da schlackert man mit den Ohren…). Nehmen wir mal 30.000 kwh. Eine Kilowattstunde zu erzeugen benötigt in Deutschland durch den irrwitzigen Anteil an Braunkohle rund 450 Gramm CO2 – jetzt haben wir also eine gemeinsame Umrechnungsgröße – und das ist eine faire Größe, andere Quellen sprechen von 540 Gramm.
  • 450 Gramm Co2 x 30.000 macht satte 13.500.000 Gramm CO2 zur Herstellung eines Wagens. Wie wir ermittelt haben, spart der in der Ökobilanz gegenüber dem Jetta Typ 17 alle 100 Kilometer die Menge von 5382 Gramm wieder ein.
  • Mathematik: 13500000 / 5382 = 2508. 2508*100km= 250.800KM

    Mit der Form hast Du es nicht direkt leicht in der Szene

    Auch Jetta Nummer 2 war nicht so viel schwerer. Dass ein Wagen der kompakten Mittelklasse wieder unter 1000 Kilo wiegt, werden wir nicht mehr erleben

Conclusio: nach 250.800 Kilometern hat der shiny Neuwagen mit seiner tollen Ökobilanz einen ökologischen Netto-Vorteil gegenüber dem ollen kleinen Jetta von 1981. Das ist ein ganzes Autoleben! Vorausgesetzt, die aktuellen Wagen halten so lange wie die simplen, was in mehrfacher Hinsicht unwahrscheinlich ist.

Noch ein bisserl Statistik? Bei der durchschnittlichen Fahrleistung eines Durchschnitts-Deutschen vergehen rund 16 Jahre, bis das Ziel erreicht ist. Und das ist dann auch wieder nur die gnädige Mathematik.

Jetzt wird es eigentlich erst richtig schlimm.

Zu dieser Rechnung kann man diverse Gegenrechnung aufmachen – so kann man beispielsweise auf die bessere Abgasentgiftung des neueren Jetta hinweisen. Akzeptiert. Und sicher fallen einem noch ein paar Themen ein – ein gern zitiertes ist die bessere Recyclingquote neuer Autos. Die jedoch ist ökologischer Mumpitz erster Klasse. Wenn ich von einem modernen Auto 80% recyclen kann, dann sind das bei 1390 Kilo Leergewicht 278KG nicht recyclebare Stoffe (Wobei diese Rechnung 1:1 natürlich nicht ganz zulässig ist) – beim Jetta von 1981 liegt die Quote je nach Definition eher bei 65% – das sind in Masse gerechnet 280 nicht recyclebare Kilo.

Magie der Quote – Merkste was?

Hinzu kommt, dass die heutigen Materialmixe viel hässlicher in ihrer Zerlegung sind und dabei mehr Energie verbrauchen als solche, die verschraubt sind. Und das ist auch nur der halbe Weg.

Man ahnt es auch ohne Materialprobe: Hier ist Gewicht verbaut

Man ahnt es auch ohne Materialprobe: Hier ist Gewicht verbaut

Schon beim Energie-Thema sieht die Bilanz in der Realität ja ganz anders aus.

sagen wir mal, der neue Jetta verbraucht im echten Leben 6,5 Liter, was ja kein schlechter Wert wäre – und 20% Abweichung von NEFZ sind erneut eine sehr faire Annahme. Gehen wir jetzt noch einmal kurz in den Dreisatz, dann sind die Rahmenparameter

  • 13.500.000 Gramm Herstellungsenergie (unverändert)
  • 2574 Gramm bessere Ökobilanz / 100KM
  • 13.500.00 / 2574 * 100 = ?

Na – wer schafft das im Kopf? 😉

Hm… 524.475 Kilometer kommen da raus. Der 2016er Jetta müsste somit bis ins Jahr 2050 im Betrieb sein, um den geplanten ökologischen Vorteil gegenüber dem 81er Jetta herauszufahren – womit er dann so alt wäre wie der erste Jetta heute – ein Zeichen 😉

Diese Rechnung kann man – und dann ist wirklich Schluss – ökologisch noch einmal hässlicher gestalten: Die Produktionsenergie, die 1981 in den Jetta geflossen ist, dürfte bei rund 18.000 Kilowattstunden gelegen haben. Wer es also ganz hässlich auf die Spitze treiben will, muss sagen: der neue Jetta startet mit einem solchen Defizit… nur, um es am Ende praktisch nie mehr aufholen zu können.

Neuwagen sind also Umweltgift?

Wie gesagt: Diese Rechnung ist in Details stets angreifbar – ihre grundlegenden Eckpfosten sind aber korrekt. Natürlich ignoriert so eine Rechnung das höhere Sicherheitsniveau heutiger Autos oder die Tatsache, dass der moderne Jetta 206KM/H fährt, der meines Vaters 156 KM/H. Sie lässt außer Acht, dass der aktuelle Jetta größer und in mehrerlei Hinsicht nicht mehr das richtige Vergleichsobjekt ist – aber all diese Faktoren würden nur die Zahlengrenzen verschieben, nicht das Grundsatzproblem. Das liegt beispielsweise darin, dass unsere Youngtimer noch viel stärker an einem Ort gefertigt wurden, während heute der Sitzbezug aus Bosnien kommt, das Leder fürs Lenkrad aus Nordschottland und die Auspuffanlage von einem Zulieferer aus Canberra.

Und machen wir uns mal nix vor: Sexy ist der auch ;-)

Und machen wir uns mal nix vor: Sexy ist der auch 😉

Leichtbau kommt gerade wieder, was dringend überfällig war – heute jedoch nicht durch Verzicht, sondern durch (energetisch aufwändigere) Verbundmaterialien erreicht.

Am Ende des Tages haben die zusätzlichen regulatorischen Features der Autos, sowie Komfort und Marketing-Bedürfnisse die Autos mit soviel Ballast beladen, dass den kein Ingenieur der Welt einfach so kompensieren kann. Hinzu kommt: ganz offensichtlich ist Energie immer noch zu billig, sonst würde nicht so viel in die Herstellung fließen.

Oder die Kurzfassung: Youngtimerfahrer sind in ihrer ganz natürlichen Einstellung vernunftgeprägter. Mein Vater wäre auch nie auf die Idee gekommen, ohne Tasche einkaufen zu gehen, nur weil die bei Edeka Plastiktüten haben….



32 Gedanken zu „Glaubst Du es? Youngtimer haben die bessere Öko-Bilanz

  1. ich denke, da sollte man schon weit vorher anfangen – nämlich beim Schürfen der Rohstoffe z. B. für die Aluräder, die Karrosserie und was weiss ich noch. Die ja noch verarbeitet werden müssen usw. Von dem her halte ich die 32.000 Kwh für viel zu gering angesetzt.

    1. Das ist die vermutlich endlose Frage nach dem wahren Carbon Footprint – und eine gute Frage. Vor allem: hierzu gibt es Antworten der Autoindustrie, die schon schnell ins lächerliche gehen und eher bei 10.000 liegen

  2. Diesen Vergleich hatte vor Jahren AutoBILD in einem Artikel gebracht. Da ging es um die Abwrackprämie und wie unsinnig es ist, ein noch gutes Auto gegen ein Neues einzutauschen weil es ja weniger verbraucht. Aus ökologischer Sicht kontra produktiv.
    Die AutoBILD-Leute kamen auf ca. 350.000km, bis der Neuwagen pari mit dem Alten zieht. Und die Redakteure haben in diesem Fall noch nicht einmal die gestiegenen Herstellungsenergien mit berücksichtigt. Es ist in AutoBILD niemals wieder so ein Artikel erschienen. Der Verband der Autohersteller muss wohl Sturm gelaufen sein, als die das gelesen haben. Es geht natürlich um viel Anzeigenkohle und da macht die Redaktion schon mal den Rückzieher. Ich weiß jetzt nicht, ob der Autor des Artikels das in der Redaktion überlebt hat.

    1. Das Thema geistert uns schon länger im Kopf rum – deshalb waren wir froh, da einen „Berufenen“ zu haben. Interessant ist: Bei Elektro-Autos ist das je nach Betrachtungsweise noch schlimmer 🙁

  3. So eine Rechnung habe ich vor ca. 5 Jahren auch mal angestellt um mir eine neue C-Klasse im Vergleich zu meinem alten W202 schönzurechnen. Es ist mir nicht gelungen, sodass ich den 202 weiterhin fuhr.
    Gut, nun ist er weg, weil mir mein AG einen Firmenwagen vor die Nase setzte.

    Ich glaube nicht, dass die modernen Fahrzeuge keine 20 Jahre mehr durchhalten. Man sieht sie nur bei uns nicht, weil alles was älter als 10 Jahre ist, ins Ausland geht. Dort fahren sie viele Jahre weiter und hier werden fleißig Neuwagen gekauft/geleast.

    1. Grundsätzlich kann ich mir auch nicht vorstellen, dass aktuelle Fahrzeuge keine 20 Jahre durchhalten sollen. Allerdings habe ich meine Sorge, was die hochverdichteten und aufgeladenen Nähmaschinenmotoren angeht. Hierzu sagte mir neulich ein Freund, der bei einem großen Autohersteller in der Motorenentwicklung arbeitet, dass er diesen Motoren im Schnitt 150.000km gibt, bis sie ausfallen.

      1. Das haben wir zwar auch schon öfter gehört – andere sagen, dass durch die grundlegend leichtere Konstruktion und die theoretsch geringeren Drehzahlen durch die früher anliegenden höheren Drehmomente die reale Nutzung der Motoren weniger Materiallast erzeugt. Klingt irgendwie auch plausibel

  4. Wenn man bei den Youngtimern einen Benziner mit geregeltem Katalysator nimmt, dann muß man noch nicht einmal der Abgase wegen ein schlechtes Gewissen haben. Im Gegensatz zu modernen Direkteinspritzerbenzinern und vor Allem Dieseln, die im Realbetrieb ein vielfaches des Eraubten emittieren, so bleibt der katalysierte Benziner mit Saugrohreinspritzung weit unter dem, was ihm seine Norm eins zubilligte.
    Stickoxide kennt er zum Beispiel so gut wie gar nicht.

    Ich habe da neulich mal etwas zu geschrieben:
    https://turboseize.wordpress.com/2016/04/11/plakettenirrsinn-naechster-teil-sogenannte-umweltzonen-und-konsumdrohnen/

    Sehr empfehlenswert auch diese fremde Seite:
    http://altwagen.net/

  5. Sehr geehrter Herr Mattsson,

    Ihre Darstellung ist gut gelungen und kann in alle Bereiche des täglichen Lebens übernommen werden.
    Jedoch denken nur wenige darüber nach, wieviel Müll sie im Laufe des Lebens produzieren.
    Nicht die Erfüllung von marktkonformen Konsumvorgaben ist das Ziel des Lebens, sonder ein gutes Gewissen bei allem was man tut.

    In diesem Sinne verbleiben wir
    Gerhart Janssen
    und Klassikmobil-Werkgaragen

  6. Guter Artikel, danke!

    Noch schlimmer als mit Neuwagen sieht es mit den neuen Elektroautos aus. Das meistverkaufte Elektroauto weltweit ist der Tesla S, ein riesiger Oberklassesportwagen für mindestens 100.000€, der in der besten Ausstattung 700PS hat und in 2,5 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigt.

    Der braucht Energie, und zwar nicht zu knapp. Die Herstellung dürfte schon ein vielfaches als bei einem Jetta verschlingen, aber auch der Betrieb. Ob Photovoltaik-Parks wirklich schöner sind als Raps- oder Maisfelder? Na, für den Stromverbrauch im Haus kann man ja Kohle verbrennen und dann mit Ökostrom Auto fahren.

    Aber auf welchen Straßen fährt so ein raketenschnelles Ökomobil eigentlich? Auf Bioasphalt-Autobahnen? Und wo parkt der? Auf der grünen Wiese, weil der Flächendruck seiner 325er Reifen so gering ist? Bei 2,2 Tonnen Aluminium, Carbon, Lithium etc.?

    Und wie werden die alten Akkus entsorgt? In Afrika? Auf dem Mond?

    Ökologisch?

    Da fahr ich lieber meinen alten 124er Kombi und reparier ihn zwischendurch. Das kostet sicher weniger Zeit als das warten an den Powerstationen der Firma Tesla…

    1. Gerne wird beim Vergleich Stromer zu Benziner der Stromverbrauch des Spritkochens in der Raffinerie vergessen: https://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Studie-Elektroautos-in-China-umweltschaedlicher-als-Benziner/Herstellung-von-Benzin-verbraucht-auch-viel-Strom/posting-7885096/show/

      Das ist schon eine ganze Menge!

      Wer das Thema „elektromobilitaet“ nur aufs Auto limitiert greift eh zu kurz – die 2 km von der Bussstation zur Arbeit: https://www.youtube.com/watch?v=inj75Ku7KXU

      Recht energieeffizient sind auch s-pedelecs.

      1. Besonders witzig finde ich in München die neuen Elektrobusse im ÖPNV. Die FAHREN mit Strom, soweit so gut. Aber – man möchte es glauben oder nicht – die Heizung funktioniert mit DIESEL!

  7. Ja, so ähnliche Argumente schicke ich auch regelmäßig in Feld wenn die Leute ankommen „Mensch deine alten Karren, immer biste am basteln, warum nicht mal was neues?“
    ABER wie mit Statistiken kommt es auch bei diesen Ökobilanzen immer auf die Sichtweise an. Stellt euch vor, ALLE Autos hier in Deutschland die jünger als sagen wir 6 Jahre sind, werden durch Youngtimer ersetzt. Also nehmen wir irgendwas aus den 80er und frühen 90er. N Golf2, einen T3, mmh n Corsa A usw. Bei der derzeitigen Verkehrsdichte und Anzahl der Unfälle, es würe astronomisch viele tote geben. Nein, ich besitze und besaß noch nie einen Neuwagen. Mein 95er Corrado hat einen Airbag und ABS. Uh lala, das ist für meine Verhältnisse echte Raumfahrttechnologie. Aber ich bin froh dass mein Firmenwagen ein T5 ist und keiner meiner 86c, die ich doch so gern hab und pflege usw. So wie da draußen gefahren wird, setze ich im Zweifelsfall schon auf ein paar Sicherheitsfeatures, die z.B. mein T3 nicht bietet.

    Vermutlich würden wir des Weiteren auch in einer Smogwolke ersticken. Erinnert ihr euch noch an Mitte der 90er als es „Ozon Alarm“ gab?
    Obwohl das mit den Emissionen der neuen Autos laut so einer Theorie auch nicht ganz arisch sein soll, wie ich irgendwo gelesen habe. Aber stellt euch die Hamburger Innenstadt am Freitag Nachmittag bei schönem Wetter vor. Man würde sich fühlen wie in irgendeinem 3. Welt Land. (naja ok das tut man mittlerweile ohnehin, hat aber nichts mit Autos zu tun…)
    Der andere Grund warum ich es so gut finde wie es ist: Wenn alle Youngtimer fahren, ist das schon wieder normal und langweilig. Ich sammel alte Autos weil ich mich darin verwirkliche, weil ich ein Rebell bin oder um auf den von der Werbung suggerierten „Lifestyle“ scheissen will. Irgendwas dazwischen jedenfalls. Mir geht es jetzt schon auf den Sack dass jeder Golf3 oder Astra F Fahrer irgendwas von „voll Kult, fast Oldtimer“ faselt wenn er sein Kackfass verkaufen will. Sagt mir nicht dass es nicht so ist, es ist so.

  8. Sehr schöner Artikel. Da ja nicht alle alten Autos ewig halten, ist es umso schöner, dass z.B. Citroen mit dem Cactus mutig die Verienfachung probiert, ohne ein unsicheres oder unkomfortables Auto abzuliefern. 1 to Leergewicht, da waren wir vor 30 Jahren.

      1. schade hin und her, wer braucht schon wirklich Allrad? Zudem auch dieses technische Detail in jeder Hinsicht die Bilanz verschlechtert, vom höheren Fertigungsaufwand bis zum ebensolchen Verbrauch …

        1. Allrad, ob man das braucht? Der große Walter R sagte: Alles andere ist ein Kompromiss – und wo er recht hat….

  9. Ich weiß, das Thema ist schon älter, habe die Betrachtung aber mit großem Interesse gelesen.
    Ich behaupte trotzdem, dass sich darin ein Denkfehler befindet, bzw etwas außer Acht gelassen wird.
    Nämlich: Soll das alte Auto so lange weiter gefahren werden, bis der Mehrverbrauch die Herstellungsenergie des neuen Autos eingeholt hat… Dann muß das alte Auto dieses zweite Leben ja auch erst einmal zusätzlich aushalten!
    Außerdem – außer bei der Abwrackprämie seinerzeit – ist ein 15 Jahre altes Auto, das hier durch ein neues ersetzt wird noch nicht von der Straße. Es läuft vllt in Afrika weiter und ersetzt dort mit Glück ein weniger umweltfreundliches Auto. (Die kann natürlich bezweifelt werden und man muß befürchten, dass einfach nur ein Auto auf der Welt dazu kommt…)
    Ich möchte den Absatz des Artikel gar nicht schlecht reden. Auch ich finde die Auto Wegwerfmentalität blöd.
    Was bleibt ist jedoch der wirtschaftlich Aspekt. Ein neues Auto spart seinen Anschaffungspreis nur schwerlich durch Minderverbrauch wieder herein.

    1. ….das Thema kann man sicherlich noch beliebig kompliziert und komplex erweitern, das ist vollkommen richtig. Recycling ist ein ganz wichtiges Thema und Verbundwerkstoffe, wenn man das extrem machen will – bis hin zu Feinstaub etc. … Uns hat der Grundsatz vollkommen erschreckt, wenn man die Zahlen erst einmal vor sich hat. Ganz schlimm wird das bei Elektro-Autos. Die will keiner von uns pauschal verdammen – aber die Herstellungsenergie ist bizarr…

      1. Das versuche ich meinem alternativen Bekanntenkreis auch zu erklären. Endlos neue Autos, Akkus ohne Ende. Keine vernünftige Speichertechnik. Infrastruktur für diese Strommengen ungenügend und und und…

    2. „Ich behaupte trotzdem, dass sich darin ein Denkfehler befindet, bzw etwas außer Acht gelassen wird.
      Nämlich: Soll das alte Auto so lange weiter gefahren werden, bis der Mehrverbrauch die Herstellungsenergie des neuen Autos eingeholt hat… Dann muß das alte Auto dieses zweite Leben ja auch erst einmal zusätzlich aushalten!“

      Wo ist das Problem?

      😉

    3. Die Autos, welche der Abwrackprämie zum Opfer gefallen sind, fahren nirgendwo mehr. Die mussten allesamt verschrottet werden, sonst gab es keine Prämie 😉

  10. Sehr richtig. Das sollte sich wirklich jeder mal durchlesen der es als verantwortlicher Politiker oder als Kraftfahrzeugentwickler oder als eiteler Kunde zulässt das die alten Schätzchen nicht genügend Wertgeschätzt werden. Früher war eben nicht alles schlechter. Schöne neue Autowelt

  11. Ich fahre einen 18 Jahre alten Peugeot 406 Break, gekauft vor 5 Jahren; meine Frau einen 6 Jahre alten Opel Corsa der neu gekauft wurde.. Wartungs und Reparturkosten gerechnet auf die letzten 4 Jahre liegt der Peugeot gleichauf, obwohl der die vierfache Laufleistung hat.. ( Die Kundendienste des Corsa bis letzten Sommer wurden alle bei Opel gemacht. Die des Peugeot in der Schrauberwerkstatt,) Vom Erhaltungszustand liegt der Peugeot bei gefühlten 10 bis 12 Jahren der Corsa bei vielleicht bei 7 bis 8. Beim Spritverbrauch liegt der Corsa vorne 5,2 gegenüber 7,0. Der Wertverlust des Corsa beträgt ca 9.500 € im Nutzungszeitraum, der des Peugeot weniger als 1.500 € Das war der Anschaffungspreis im Jahr 2012.. Die subjektiv Kosten-Nutzen Rechnung fällt hier klar zu Gunsten des Youngtimers aus.

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