Der #Rivale im Fokus: Peugeot 306

Von 1993 bis 2002 wurde der Peugeot 306 gebaut – knapp 10 Jahre Bauzeit für einen Wagen, der den Markt in der Golf-Klasse in gewisser Weise umkrempeln sollte.

Fast 2,9 Millionen Einheiten baute Peugeot vom 306er in 9 Jahren, die sich der Wagen auf dem Markt behaupten konnte. Die beiden Vorgänger waren beide deutlich unter der 2 Millionen-Grenze geblieben. Tatsächlich war eine der echten Stärken des Peugeot 306 Youngtimers in diesem Bereich sein Erfolg außerhalb Frankreichs: In Deutschland und UK war der Peugeot 306 einer der echten Stars der Klasse.

Zurecht?

306 innen

Durchdacht und für die Zeit sehr konsequentum den Fahrer herum gebaut

Einiges am Peugeot 306 ist qualitativ tatsächlich ziemlicher Mist – vor allem die Lagerung der Hinterachse, die Radlager, die Bremsen – und bei den Bremsen so ziemlich alles bis hinein in die Leitung – aber irgendetwas ist ja immer, oder? Servolenkung und Klimaanlage neigen zu Schwitzwasserbildung und teuren Defekten, hier und da zickt ein Thermo-Schalter. Der Peugeot 306 hatte bei Tüv und Dekra stets weniger Freunde als Golf, Kadett und Escort.

Soweit dazu – aber wie gesagt: Irgend etwas ist ja immer.

Peugeot 306 Limousine

…den musste man – wie so viele Autos dieser Art – schon ein wenig mögen – der kompakte 306er war der entschieden hübschere Wagen

Peugeot hatte ja bei einigen Autos immer wieder ein gutes Händchen, was die Konzeption angeht, ebenso beim Design. Für den Peugeot 306 gilt beides: Konzeptionell ein wirklich ausgezeichnetes Auto, das auch noch gut aussieht, vor allem in der facegelifteten Version. Hinzu kommt, wie auch schon beim Peugeot 205, ein ausgezeichnetes Fahrwerk, das ebenso satt liegt, wie es den Wagen recht knackig um Kurven wedeln lässt und durch seinen Radstand von knapp 2,60 Metern dennoch ein luxuriöses und ausgewogenes Gesamtbild abgibt. Der Wagen fühlt sich gerade in langen Kurven an, als würden die Räder allesamt an den jeweils äußeren 4 Enden der Karosserie liegen. Hinten trifft das praktisch zu – vorn fühlt sich das nur so an.

Designerisch liegt der Wagen am nächsten am Coupe von allen Fahrzeugen dieser Klasse, ohne räumlich eingeengt zu sein. Der Wagen wirkt designerisch gute 10 Zentimeter flacher als ein Golf – faktisch sind es gerade einmal 3 Zentimeter. Witziger Weise ist der 306er sogar stets ein wenig schwerer als der 3er Golf, der sein historischer Begleiter war, fühlt sich aber nicht so an.

Scharf

Zum knackigen Fahren sind die besseren Ausstattungen geeigneter als die ganz kleinen – deren Sitze sind zu weit und bieten seitlich keine so gute Führung. Ein Traum sind die sportlichen Version und die Cabrios und vor allem die damit einhergehenden Sitze, die eine ganze Klasse höher spielen.

Alles in allem ist es diesbezüglich mit dem Peugeot 306 mal wieder wie so oft: Es fallen einem viele viele Details auf, die ihn irgendwie besser erscheinen lassen als einen langweiligen Golf von damals – auch wenn ein Peugeot eben am deutschen Stammtisch nie so richtig mithalten konnte, weil die Wagen in Ignoranz eines Peugeot 504 als unzuverlässig galten.

Auch der Peugeot 306 war kein Wunder an gnadenlos guter Verarbeitung und Zuverlässigkeit – aber ein geiles Auto war er schon.




1 Gedanke zu „Der #Rivale im Fokus: Peugeot 306

  1. So einen habe ich mir mal im Anflug von Neuwagenwahn als Break gekauft. Aus alter Peugeot Familie stammend (404!, 205) schien das eine gute Idee zu sein. Kein Ärger mehr mit dem Altmetall. Neuwagen eben!

    Muss so um 2000 rum gewesen sein. Verfänglich war neben der Form auch der günstige Preis. Für das Sondermodell PAlM BEACH wurden 20.000 DM aufgerufen. Das kostete damals auch ein besserer Polo….

    Aber das Erlebnis war eher mau. Recht sparsam war er ja, aber auch lahm (1.4 mit 75 PS). Die Sitze waren schlecht und bei schlappen km 35.000 fingen dann die elektronischen Zipperlein an. Wegfahrsperre, Steuergeräte. Die Werkstatt hat es nicht dauerhaft in den Griff bekommen. Zum Glück noch alles auf Gewährleistung! Hab das Ding dann mit Verlust verkauft und fahre seitdem wieder Saab 900.

    Hätte ich mal dabei bleiben sollen…..

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