Bengalisches Feuer oder nur Rauch? Das zweite Leben des Mercedes W124

Der গাড়ির অংশীদার  W124, der bengalische W124, der nicht einmal ganz 2 Jahre hergestellt wurde, ist bei Google nur ganz schwer zu finden? Deine Kumpels im E-Klasse Forum kennen den Wagen auch nicht?

Nur hardcore-Fans erkennen die Unterschiede an Stoßstange, Bodenfreiheit, C-Säule und Türgriffen auf Anhieb: Die „Serien“-Modelle des W124 von 1997 bis 1998 unterscheiden sich optisch kaum, die Spezifikationen hingegen unterscheiden sich stark. Der leicht verkürzte Radstand bei gleichen Maßen, notwendig aufgrund des verstärkten Fahrwerkes, erzeugt bei genauerem Hinsehen ein leicht verwirrendes Bild (Quelle: গাড়ির অংশীদার  Museum)
Es ist die Macht solcher Bilder und der Wikipedia-Links, die niemand versteht… 😉

Komisch eigentlich – dabei haben wir so derartig gründlich recherchiert… – das war ähnlich aufwändig wie damals beim Malkas und bei der langen Mannesmann-Geschichte

Aus gutem Grund bringen wir unsere Geschichten zum 1. April nie am ersten April 😉

Der bengalische W124 war gelogen. Nur, dass es diesmal zunächst keiner gemerkt hat. Nach 400 Lesungen gab es keine Anzeichen von Protest. Nach 500 immer noch nicht. Erst am späten Nachmittag taucht die Geschichte in einem W124 Forum auf. Wir werden nervös. Jetzt gleich wird doch wohl jemand Einspruch erheben – hier sind doch diejenigen versammelt, die es eigentlich wissen müssen. Erst gegen 22:00 outet sich jemand als Ex-Mercedes Mitarbeiter, der davon noch nie etwas gehört hat – und dann geht die Recherche los… Bis dahin haben schon 40 Leute auf die mysteriösen Wikipedia-Links in unserem Post geklickt, bei denen man nicht einmal ganz zweifelsfrei die Sprache bestimmen kann – aber irgendwie wirken die ganz schön amtlich, oder? 😉 Erst heute Morgen erreicht uns dann eine Mail – Ihr habt uns erwischt.

Im direkten Vergleich wird klar, dass der Malkas moderner wirkte. Speziell die Beleuchtungsanlage sollte bei der Fertigung jedoch Stress machen

Aber wie immer steckt auch hier wieder ein Funken Wahrheit drin – es gab einen Arm der Geschichte, bei dem genau das hätte passieren können oder etwas sehr ähnliches, denn tatsächlich hat Mercedes damals versucht, Teile der Produktionsanlagen des W124 zu versilbern. Wie auch schon beim W123 ging das am Ende schief. Ähnlich wie Volvo beim 240er war es am Ende die Angst davor, sich einen mächtigen Gegner zu schaffen. Oder in anderen Worten: Es hätte sein können, dass in einer sich globalisierenden Wirtschaft ein Lizenzbau des W124 zur Konkurrenz des Originals und seines Nachfolgers heranwachsen könnte.

Prototyp des legendären Joint Ventures von Ford und Opel: Der Mannesnmann 🙂

Und so verhinderte die Angst eine Wiederauferstehung, die mehr geworden wäre als nur ein historische Randnotiz.

Eine Firma mit Namen গাড়ির অংশীদার  gab es tatsächlich in Bangladesch. Die Firma erlitt jedoch bereits 2005 mit klassischem Fahrzeugbau Schiffbruch und kümmert sich heute um moderne Verkehrkonzepte und eine Art lokales Carsharing.

Aber das war Beiwerk, das sich am Rande ergab. Die eigentliche Idee zu dieser Geschichte kam uns bei der letztjährigen Essener Motorshow, bei der wir quasi spontan die Geschichte bei Currywurst und warmer Cola für 7 Euro entwickelten und gleich die General-Probe aufführten. Wir trafen dort einen der arrogantesten selbsternannten allwissenden Spezialisten für den W124 – und da konnten wir nicht widerstehen, ihm kollektiv die Geschichte des asiatischen W124 unterzuschieben. Und das funktionierte ausgezeichnet. 🙂

Und anschließend mussten wir die Geschichte weiterspinnen, dichter an die Realität bringen und unauffällig machen – nur dann macht es Spaß 😉

6 Gedanken zu „Bengalisches Feuer oder nur Rauch? Das zweite Leben des Mercedes W124

  1. Nice “Fake News”, habe den Artikel grob überflogen und bin ja eh hier kein Mercedesfreund und hätte euch das abgekaugt als Benzlaie

  2. Bei den W124/210er Mischungen wurde ich misstrauisch, da es Firmen gibt, die genau sowas anbieten. Der Rest erschien mir allerdings plausibel.

  3. Ihr seid die Besten, hatte sehr gelacht bei dem Maybach Verschnittbild, da kamen Zweifel, ob der Echtheit eures Artikels.

    Aber wie damals schon beim Mannesmann, jederzeit und mehr davon, macht weiter so !!!

  4. So ganz abwegig war die Story ja nicht. Da gibt es immerhin ein paar Klone und Enkel, in gewisser Weise… Pyeonghwa Zunma, SsangYong Chairman…

  5. Das ist wirklich eine sehr gelungene Geschichte. Ich habe die auch komplett „gekauft“. Ich war im Jahr 1998 in Indien unterwegs und da gab es einige Lizenzbauten von MB (LKWs, G-Klasse, 124er) und da hätte der 124er Made in Bangladesh super reingepasst.
    Interessant war zu sehen, wie die Nachbauten auf indische Verhältnisse angepasst wurden. Bei der G-Klasse wurde die komplette Inneneinrichtung entfernt und das Fahrzeug zum geländegängigen Fahrzeug für 9 Personen umgebaut. Von außen jedoch noch komplette G-Klasse.

    Wer eine Youngtimerzeitreise als MB – Fan unternehmen möchte, dem empfehle ich eine Reise nach Banjul, Gambia – nur 6 Flugstunden entfernt. Dort fahren insbesondere 124er, 190er und C Klassen in allen Variationen als Taxen herum und bestimmen das Straßenbild so wie in Deutschland bis Mitte der 90er.

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