What’s another year??

Kann das wahr sein? Ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende – ein unglaublich verstörendes Jahr hier beim Youngtimer Blog; in mehrerlei Hinsicht.

Ford Fiesta XR2 MK3 1989

Auch das 1989er Modell hatte eine feste Fangemeinde – zurecht – Strassenlage und fahrerischer Anspruch waren sehr ernsthaft und wurden von der Fachpresse nur selten ausreichend gewürdigt. Und VW hatte dem nichts entgegen zu setzen. Und der soll ein Oldtimer sein?

2019 starten nach den Gesetzen der Deutschen Gründlichkeit jede Menge neuer Fahrzeuge in ihr rechnerisches Youngtimer- und Oldtimer-Dasein. Einige haben einen für uns schon schockierenden Charme. Schauen wir in das Jahr 1989, da finden sich da plötzlich so neumodische Autos wie der Mazda MX-5 oder auch der Ford Fiesta der dritten Generation. Ja – der Ford Fiesta XR2 aus dem Baujahr 1989 darf in 2 Wochen mit dem H-Kennzeichen durch die Gegend fahren. Wir erinnern uns an Zeiten, da wir Kumpels beneideten, die den brandneu zum Abi geschenkt bekamen…

1989 war auch das Jahr, in dem damals ein erster Erlkönig des BMW E36 gesichtet wurde. Eine italienische Autozeitung, die den auf Film bannte (damals machte man das noch so…), konnte ihn nicht als BMW erkennen. Zu abweichend der Frontbereich mit dem nicht freistehenden Doppelscheinwerfern… Der 3er BMW vom Typ E36 definierte am Ende das ikonische Design, das der 3er im Prinzip bis heute hat. Schauen wir auf der anderen Seite mal auf die Fahrzeuge, die jetzt Youngtimer werden, dann finden wir dort 1999 schon seinen Nachfolger in seinem ersten vollständigen Baujahr – den BMW E46.

Das ist dann auch das Jahr, in dem Autos wie der Ford Focus die Szene bestimmten – den als Youngtimer zu bezeichnen, würde uns wirklich schwerfallen, ebenso seine Zeitgenossen vom Schlage eines Golf IV oder auch den zweiten Deutschen Opel Astra. Wenn man die heute fährt, wirken sie vielleicht alt, aber es fehlt ihnen einfach die echte Abweichung zu aktuellen Wagen, das Schrullige, das andere – 20 Jahre sind eben nicht 20 Jahre

Ford Mondeo I

Wirken eher gegenwärtig – und selbst das Facelift hat 22 Jahre auf dem Buckel

Und 30 Jahre scheinbar auch nicht. Denn auch viele andere Oldtimer des Jahrgangs 2019 fühlen sich falsch an. Der Nissan 300ZX etwa wirkt zeitlos, erschien aber 1989. Selbiges gilt für die damalige Top-Limousine des Hauses: Den Nissan Maxima. Die Form wirkt mittlerweile klassisch, gestreckt, limousinenhaft, das Interieur beginnt zu altern, das Fahrverhalten ist erstaunlich zeitgemäß. Und wer damals die japanischen Autos verdächtig fand, der ahnte nicht, dass wenige Monate später bereits Fahrzeuge von so knackigen und leicht aussprechbaren Marken wie Dähjuu und Chunday auf dem Deutschen Markt auftauchen sollten.

BMWs 8er, der Nachfolger des ewig gebauten 6er BMW, ist in zwei Wochen ein Oldtimer. Die ähnlich geschnittene Opel-Flunder Calibra stammt aus demselben Jahr und hat somit 30 Jahre auf dem Buckel. Mit einem CW Wert von 0,26 muss er sich bis heute nicht verstecken – viele moderne Autos sind da kein bisschen besser.

Youngtimer Citroen XM

Der Citroen XM wirkt einmal ganz entschieden zu modern für einen Oldtimer – würde hier ein 7 Zoll Navi drin sein, es würde völlig plausibel wirken

Ähnlich flach kam der Citroen XM daher – – eben noch Youngtimer, der sich zu modern anfühlt – tatsächlich konnte man in dem aber auch schon auf der Frankfurter Internationalen Automobilausstellung des Jahres 1989 sitzen, als Citroen dort noch eine ziemlich stattliche Show bot und satte 3 Modelle des XM ausstellte.

Dort zeigte auch Mercedes nach fast 2 Jahrzehnte Bauzeit des R107 den lang erwarteten Nachfolger des Mercedes SL, der das Design des Mercedes W140 vorweg nehmen sollte und den Look des W201 und W126 damit übersprungen hatte. 30 Jahre? Echt jetzt?

Da ziehen wir uns besser erst mal zum traditionellen Weihnachtstreffen des Youngtimer-Blog zurück und denken darüber nach, wie wir mit solche gruseligen Erkenntnissen umgehen wollen.

In diesem Sinne: ein idiotenfreies Fest!